Nesectorium, ein prachtvolles Bauwerk, 166 Fuß lang uud 47Fuß breit, in dessen Mitte der große Springbrunnen angebrachtwar. Bartholomaus Frink (gest. 1496) baute das Hospital für12 alterschwache Greise und stiftete eine alisamstägige Spende, da»mit cS die Armen am Tage des Herrn nicht buugerc. HeinrichNeuster, (gest. 1517) baute neue Laudwirtbschaslsgcbäude, schmücktedie Kirche mit einer prachtvollen Orgel, ließ mebre Ncliquieukastcnfertigen, und vermehrte die Bibliothek. Im Jahre 1412 bewir-thete er den Kaiser Mar N, und räumte der Herzogin Sibillav. Brandenburg eine Wohnung im Kloster ein, das sie oft besuchte,und mit einer Messenstiftung von 1166 rb. Gulden beschenkte.Ihre Bccrdigungsfeier am 9. Juli 1524 vereinigte Boll und Für-sten zum lctztenmale im Bcrgischcn Dome. —
Die Begeisterung für dieses herrliche Bauwerk, für alles Großewar gesunken, der Kunstgeschmack verlor seine Reinheit. DieS be-wies der große Holzaltar, wodurch Abt Gerhard von Neukaster,ein Doktor der Theologie, (1524) den Ausblick in die Kapellender Chornische verdeckte. Abt Andreas Boir (1524—36) bauete,unterstützt von den Edlen Wenzel Kessel und Wilhelm von Loh-hauscn, die Marienkapelle am Brückcnthor neu, ließ das großeMuttcrgottcsbild über dem Hochaltare und die Statuen an denPfeilern errichten, und verbesserte die Abteigebaude. Doch dieBlüte des Mönchthumes war damals vorüber, es hatte sich über-lebt. Das Gute, was es erhalten hatte, vermochten die Städteerfolgreicher zu fördern. Eine hellere Zeit brach herein. Die neueLehre machte den Mönchen viel zu schaffen, und die Bewegungender Reformation entrissen dem Kloster viele Wohlthätcr. Unter AbtWilhelm von Hittorf (1538—46), Winand Duzmaun (1546—81),Bartholomäus Anstel (1591—1614), Peter Rodenkirchen (gest.1627) und Melchior von Mondorf (1643) wurde das Klostcrgutdurch böse Kriege verringert, und die Mönche selbst mußten oftauS Attenberg flüchten. Mondorf war der erste infulirtc Prälatvon Attenberg und Provineial des Cisterzordens. Erst Johann vonBlankenberg (1643—62) erlebte das Ende des Krieges und stelltedie gesunkene Ordcnszucht „wieder her. Unter Gottfried Gummers-bach (1662—1679) und ÄgidiuS Siepcn (gest. 1686) erhob sichder Wohlstand der Abtei wieder, so daß Johann Jakob von Lohe(1686—1767) die äußerst verwahrlosten Gebaulichkciten wiederher-stellen konnte. Er versah die Kirche mit einem neuen Dache, „baute dieneue Prälatur, das Darunter und Nefcctcr, sowie die Ökonomic-gcbäude nördlich vom Brückcnthore im Jcsuitenstple auf, und gabdem Kloster forthin den sonderbaren Namen Ncualtenberg. ÄbtJohann von Henning (gest. 1726) führte den an die Maricn-kapelle südlich lehnenden Gcbäudcfliigcl auf, und war der letzteBauherr unter den Abten. Paul Euskirchen (1720—23), Gott-