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auf die fasslichste Art verändert worden waren 1 )." DenMelodien sind dort aber leider die Namen der Componistennirgends beigefügt, und da unter denselben auch dieQuantzischen und Halle'schen befindlich waren, sowürde es schwer sein, die von Emanuel Bach heraus-zufinden.
In seinen für die Kirche bestimmten Compositionennahm der Choral freilich die Stelle nicht ein, die ihm ge-bührt hätte. In den Passionsmusiken war dies, rein äusser-lich betrachtet, mehr der Fall. Aber hier war die Ver-wendung des Kirchenliedes zwischen der langen Recitationdes Evangeliums doch mehr zu einem losen Hineinstreuen,als zu einer organischen Zusammengehörigkeit mit Textund Musik geworden. Dies hing offenbar mit der Art undWeise zusammen, in der Bach die Kirchenmusik betrachtethatte. Es war bei ihm nicht die „regulirte Kirchen-musik" seines Vaters, die sich mit dem Inhalt des Gottes-dienstes und mit dem religiösen Bedürfniss der kirchlichenGemeinschaft in Einklang zu versetzen suchte. Es war fürihn vielmehr offenbar ein äusserliches Gegebenes, eineForderung des religiösen Anstands, dass Kirchenmusik ge-macht werden müsse. Darnach wurde sie behandelt.
Anders war es mit dem Choral. Ihn hielt er in Ehren,für ihn sorgte und wirkte er. Die Harmonien, welche erzu dem von Schiörring beabsichtigten Choralbuch ge-fertigt hatte, der „Schatz von belehrenden Bemer-kungen," welche er mit der Bearbeitung der Choräle andiesen hat gelangen lassen, sind uns leider nicht aufbe-wahrt worden. Was damit verloren gegangen, das lässtsich am Besten aus einzelnen Ueberresten ersehen. Manbetrachte den folgenden Choral: „Ach Gott und Herr 2 ),"
1) Vollständige Sammlung der Melodieen zu den Gesängen des neuenallgemeinen Schleswig-Holsteinisehen Gesangbuchs. Leipzig. 1785.
2 ) In der Ii. Bibliothek zu Berlin.