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1 (1868)
Seite
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sehenden Verhältnissen gesetzt hatten, einigen Einfluss aufdie Anschauungen des Sohnes geübt, diesem eine grössereGeschmeidigkeit nach aussen hin nützlich erscheinen lassen.Vielleicht trat auch ab und zu das Schicksal seines BrudersFriedemann vor seine Seele, der, vielfach den Conces-sionen an den Geschmack des Publikums widerstrebend,Veränderungen an den überkommenen Traditionen, zumalin der Kirchenmusik abweisend, an seiner musikalischenStarrheit nicht weniger wie an seiner inneren Zerfahrenheitzu Grunde gegangen war. So gerieth er in seinen Kirchen-musiken auf einen Weg, der nicht überall als der rechteanerkannt werden kann. Seine Kirchenmusiken sind einGemisch von Talent und Grösse und von Oberflächlichkeit,Breite und Interesselosigkeit, wie es dessen wenige giebt.In ihnen findet man nicht jene organischen Gestaltungen,mit denen die alte Schule die Kirche versorgt hatte. FürMuster neuerer Arbeit aber fehlte ihnen derjenige Gradinnerer Vollendung und Tiefe, der allein geeignet gewesenwäre, ihnen eine bleibende Stelle in dem Kreise grosserKunstwerke zu schaffen. Wohl mochte ihre weiche, durch-sichtige Form, der melodische Reiz, der ihnen keineswegsfehlte, das concertmässig Unterhaltende, namentlich in denvielen Arien, dem Publikum, wie es sich in den KirchenHamburg's zusammenfand, zusagen. Einem ernsten Sinnaber konnten diese Musiken auch zu ihrer Zeit nicht ge-nügen.

Darum muss man ihren absoluten Werth für sehr be-dingt erachten. Platten sie einen relativ höheren Werth,insofern sie dazu beitrugen, aus der alten strengen in dieneuere Schule überzuleiten? Oeffneten sie der folgendenGeneration von Künstlern neue Bahnen? Ebneten sie ihnendie Pfade für ihr Wirken und Schaffen? Auch dieseFragen müssen mit Nein beantwortet werden. EmanuelBach hat in dem Neuen, was seine Kirchenmusiken dar-boten, keine Organismen erzeugt, die fortbildungsfähiggewesen wären. Sie waren nicht aus seiner innersten Seele