weicht von dem meist düsteren und wilden Charakter derübrigen Fantasien wesentlich ab.
Diese und die Rondos dieser Sammlung sind nahezudie letzten Ciavier-Arbeiten, die Bach geschrieben, jeden-falls die letzten die bekannt geworden sind, und das Inter-esse an ihnen ist schon aus diesem Grunde nicht gering.
Will man, was der seinem Ende nahe Meister in die-sen sechs Sonatensammlungen geleistet hatte, zusammen-fassen, so muss man anerkennen, dass in ihnen neben ver-hältnissmässig Wenigem, das als schwach bezeichnetwerden muss, das Beste und Vorzüglichste dessen ent-halten ist, was er in einer 46jährigen Lebens- und Arbeits-periode zu leisten im Stande war und dass in ihnen seinschöpferisches Talent, die Feinheit und Eleganz seinesmusikalischen Wesens, seine Erfindung und der melo-dische Reiz seiner G edanken am vollkommensten und rein-sten dargestellt ist. Alle Vorzüge seines Clavierstyls, derenim Laufe dieser Betrachtung gedacht worden, finden sichin diesen Sonaten, diesen Rondos und Fantasien vereinigt,deren Entstehungszeit nicht weniger als 28 Jahre umfasst,und deren letztgeschaffene den mehr als 70jährigen Greisvon gleicher Frische, gleichem Feuer und gleicher Erfin-dungsksaft zeigen, wie sie den 44jährigen Mann beseelten,der im Jahre 1758 die älteste derselben gesetzt hatte.Mit diesen sechs Sammlungen hatte Bach den wesentlich-sten Theil seiner Lebensaufgabe beendet. Sie haben ihnauf jene hohe Stufe emporgehoben, auf der die Nachweltihn als eine der bedeutendsten Erscheinungen in dem Ge-biete der schaffenden Musik erkannt hat. Was er theoretisch33 Jahre früher gelehrt, das hat er durch diesen Sonaten-cyclus zum künstlerischen Abschluss gebracht, uns als einVermächtniss bleibender, grosser und edelster Bedeutunghinterlassen.
Nach diesen Sonaten hat er nur noch wenig geschaf-fen, im Jahre 1787 zwei Clavier-Fantasien, im Jahre 1788drei (Quartette für Ciavier, Flöte, Viola und Bass. Diese