bona officia: Allein noch habe ich wenig Lust dazu etc. etc."
Diese Lust ist in der That erst 7 Jahre später ge-kommen und sie hat jene herrlichen Tongemälde in liin-und herschillernder Farbenpracht geschaffen, in denenSonnenblicke und düstre Wolkenschatten über reiche undblühende Fluren dahinzuziehen scheinen. Offenbar dachteBach, der stets danach fragte, was dem Publikum wohlangenehm sein werde, durch den Reiz der Abwechselung,durch Neuheit und die überraschende Form zu gewinnen.Vielleicht auch mochte er zeigen wollen, dass das hoheAlter seiner Erfindungskraft keinen Abbruch gethan habe.
Forkel 1 ) analysirt die Rondos aus diesem Heft sehrausführlich, indem er seinen Unwillen gegen diese Musik-gattung von Neuem zu erkennen giebt' 2 ). „Wie viel Spielerund Käufer würde Bach wohl noch haben, wenn er nichtsich hierin fügte? Man vergleiche nur zur Schande desherrschenden Geschmacks das sparsame Subscribenten-Ver-zeichniss vor diesen Meisterstücken A~on Sonaten mit denfetten Registern eben derselben bei einigen gleichzeitigenleichtfüssigen Werken." An den Fantasien rühmt er: „DieWahrheit der Modulationen, der Abschweifungen undWiedereinlenkungen, die Unerschöpflichkeit an Gängenund Wendungen, die Mannigfaltigkeit der einzelnen Fi-guren, aus denen das Ganze zusammengesetzt ist, und dasBrillante im Spiele der Hand" und fügt 3 ) hinzu: „Diezweite Phantasie z. E., weiss ich, hat er zu seinem Ver-gnügen an einem Tage verfertigt, wo ihn ein verdriess-liclier Rheumatismus plagte, und er pflegte sie daher scher-zend gegen seine Freunde die Phantasie in tormentis zunennen, nach der Analogie der berühmten Gemälde deshochseligen Königs von Preussen 4 )." In der That ist diese
1) Magazin f. Mus. Jahrg. 1783. 2. Hälfte. S. 239.
2) S. 1247.
8 ) S. 1252.
!) In doloribus pinxit. Fridericus, was Friedrich Wil-helm I. uuter seine bei Podagra-Anfällen gemalten sonderbaren Bil-der zu setzen pflegte.