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Nro. 2. Ree.
Thirsis. Ach, Phillis, lass mich scherzen.
Phillis. Ich habe dir gesagt, nur Klagen rühren mich.Thirsis. Suchst du Vergnügen in den Schmerzen?Phillis. Ja, denn es reget sich
Ein altes Leid in meinem Herzen,
Und stellt mir den, den ich verlor,
Mit aller seiner Reizung vor.
Thirsis. Die Vögel, die du rühmst, rührt kein verjährtesLeiden.
Phillis. Was sagt ihr Lied denn sonst, wenn es nichtklagt?
Thirsis. Das, was ich oft zu dir gesagt,
Das sagen auch die Vögel zueinander.Nro. 3. Arie. (C-durj.
Der Vogel rufet ohne Rull'
Im Walde seiner Dattin zu:
Ach liebe doch, ach liebe!
Die Gattin hört des Gatten Lieder,
Ihr sehnlich Girren sagt ihm wieder,
Ich liebe!
Die Musik ist ganz in dem zärtlich sentimentalenCharakter dieses Gedichts gehalten. Bezeichnend für dieZeit und für die Richtung, welcher Bach in seinen Ge-sangs-Compositionen folgte, ist, dass den Schluss der Cantatenicht wie doch so nahe gelegen hätte ein zweistimmigerSatz, sondern eine Arie bildet. Wie zur Zeit der erstenEntstehung des musikalischen Dramas der Einzelgesangerst neu erfunden werden musste, so drängte die Geschmacks-richtung jener Zeitperiode den Ensemble-Gesang aus demBereiche der Musik so ziemlich heraus und die in derBlüthezeit der Madrigalen alles andere überwucherndenmehrstimmigen Solo-Sätze mussten erst wieder von Neuemgeschaffen werden.
Schon durch die oben angezeigte Art der Begleitung,welche wesentlich in 2 Flöten gelegt ist, und worin man