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dass er in seinen Gesangs-Werken mehr als eingrosser Instrumental-Üomponist zu betrachten sei,„welchem Studium der Sprache und Poesie, feinestiefes Gefühl und der aus ganzer Bildung des in-neren Menschen hervorgehende Geschmack für dashoch einfache Schöne mangle." Alles dies ist falsch.Grade die innere Bildung Bach's, sein reger Sinn für dieedlen poetischen Erscheinungen in seiner Zeit, der har-monische Geschmack der in ihm lebte, waren es, vermögederen er ein Gebiet beschreiten konnte, auf dessen wenigbetretener Bahn er neue Kunstformen erstehen liess.
In seinem Entwickolungs-Gange lag vor Allem dasTalent für den einfachen Gesang. Wie er es als seinebesondere Aufgabe betrachtete, für die Instrumental-Musiksangbar zu schreiben, weil er dadurch rühren, ergreifenwollte, so war die Cultur der Melodie seiner Besonderheitgemäss. Desshalb war er bemüht, ihr das Barocke, Herbe,Ungefügige, das sie aus der contrapunktischen Schuleüberkommen hatte, abzustreifen. Der italienische Gesangs-styl, den er in Berlin kennen gelernt hatte, war an ihmnicht ohne Wirkung vorübergegangen. Graun und Hasse,deren Oompositionen bei König Friedrich vorzugsweisein Gunst standen, waren grosse Meister in den Kunstformen,die den Gesang als solchen zur Geltung brachten.
In seiner frühesten Jugend hatte Bach wohl einigeArien gesetzt. Von grösseren Gesangswerken aus ältererZeit ist aber nichts von ihm bekannt geworden. Seineweiteren Arbeiten bis zum Jahre 1749 umfassen vielmehrlediglich das Feld der Instrumental-Cornposition. In demgedachten Jahre erschien das Magnificat mit seinen über-aus gesangvollen Solosätzen. Vier Jahre später, 1753, be-gegnen wir den ersten deutschen Liedern Em. Bach's ineiner Sammlung (Berlin bei Birnstiel) unter dem Titel:
„Oden mit Melodien 11 ,von denen die drei Nummern: