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Sopran.
Was fühlt mein seel'ger Geist für nie gefühlte Freuden,
Ich sehe schon, die Gräber öffnen sich,
0 Majestät, o nie gesehene Pracht!
Verklärter Menschensohn, ich sehe dich!
Du kommst, und jedes Grab weicht deiner Macht!
Du rufst, und jeder Todte wacht.
Welch eine ungezählte Menge
Versammelt sich um Deinen Thron!
Sie füllt den weiten Raum mit Danken und mit Loben,
Sie wird durch einen sanften Zug gehoben,
Sie steigt mit dir in's Heiligthum.
No. 6. Aria. Sopran.
Wie freudig seh ich dir entgegen,
Tag, der die Welt und mich erneut.
Entschlafet ruhig, matte Glieder,
Mein Heiland lebt und weckt mich wiederZu sein' und meiner Herrlichkeit.
No. 7. Choral.
Der dritte Vers aus dem Liede:
Heut triumphiret Gottes Sohn.
0 süsser Herre, Jesus Christ,
Der du der Sünder Heiland bist,
Führ' uns durch dein' BarmherzigkeitMit Freuden in dein' Herrlichkeit!
Hallelujah!
Hier ist, wie man sieht, in grosser Weitschweifigkeit, desTrockenen und Breiten viel gegeben. Dem Gedichte fehlt dasfür die kirchliche Erbauung so nothwendige Vermittelungs-Glied des Chorals ganz. Die pietistische Anschauung derbesonderen Betrachtung im Gegensatze zu dem gottesdienst-lichen Zusammenwirken in der Gemeinschaft der Liebespricht sich in den langen Recitativen, den Arien und indem Zurücktreten des mehrstimmigen Gesanges deutlichaus. Emanuel Bach war nach allem was von ihm bekanntist, kein Pietist. Dass er sich für seine erste Arbeit aufdem eigentlich praktisch-kirchlichen Gebiet einen solchenText wählen konnte, das zeigt, wie wenig er, im Gegensatzzu den Bestrebungen seines Vaters, die Wirkung des kirch-lichen Gesanges richtig zu schätzen wusste. Die Einzeln-wirkung stand ihm über der nachhaltigen Tiefe des Ein-