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1 (1868)
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gefertigt haben. Dann aber ist bekannt, dass, als er sichsogleich nach dem Tode desselben um das Cantorat zuLeipzig bewarb, er nicht mit Dolos, sondern mit Harr erum diese zu concurriren hatte. Dass er ein Magniticatals Probe-Arbeit eingereicht habe, ist nicht bekannt. Harr erhatte zwar die Absicht, schon zu Lebzeiten SebastianBach's eine Probe-Musik in Leipzig aufzuführen. Fürseine Wahl aber und für die Nichtberücksichtigung Ema-nuel Bach's waren ganz andere Motive vorwiegend, alsmusikalische Popularität oder gelehrte und tiefsinnigeSchöpfungen 1 ). Dass sich Emanuel Bach, nach dem1755 erfolgten Tode Harrer's, mit Doles zugleich nocheinmal um das Cantorat der Thomas-Schule beworben habe,ergiebt sich, mindestens aus den Leipziger Raths-Acten,nicht.

Ein Zusammentreffen der Gebrüder Bach, bei welchemdie Uebung der Musik in die erste Linie getreten wäre,hätte wohl dem alten Familienbrauch entsprochen. Aberdie Bedingungen nahen Beisammenlebens, welche diesfrüher so sehr erleichtert hatten, waren nicht mehr vor-handen. Auch deutet nichts darauf hin, dass die in Italien(später London), Bückeburg, Halle und Berlin (späterNaTtmburg) verstreuten vier Brüder wirklich jemals alle zu-gleich bei einander gewesen wären. Dies ist um so weni-ger wahrscheinlich, als in späterer Zeit alle Berührungspunkte zwischen Friedemann und Emanuel Bach auf-gehört hatten. So wird denn die Erzählung von Roch-litz über das Entstehen des vorliegenden Werks in denBereich jener zahlreichen Anecdoten fallen, deren Bedeu-tung sich bei näherer Prüfung in nichts auflöst. Wie demauch sein mag, das Werk selbst wäre würdig gewesen,bei Gelegenheit einer Erinnerungsfeier für Seb astian Bachzur Ausführung gebracht zu werden. Denn es ist in sei-

2 ) Siehe Johann Sebastian Bach. Th. II. S. 365.