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1 (1868)
Seite
96
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Clävier - Instrumente. Seb. Bach war unbestritten derSchöpfer der modernen Art des Ciavierspiels. Seine Schulebildet die Grundlage dieses durch spätere grosse Meisterin' so ausserordentlichem Masse erweiterten Kunstzweigs.

Es ist kein geringes Verdienst des Sohnes, dass erdie Theorie jener Schule für alle Zeiten festgestellt hat.Schon diese einzige Arbeit würde ihm einen ehrenvollenPlatz in der Kunst-Geschichte sichern. Die zahlreichenbeigefügten Beispiele bestanden in mehr als 200 Exempcln,ferner in 6 Sonaten und einer grossen Fantasie, denenbei der 3. Auflage im Jahre 1780 noch 6 kleine Stückemit der Bezeichnung Sonatine nuove hinzutraten.

Die sechs Sonaten geben ein Bild sämmtlicher Schreib-arten Emanuel Bach's, wie sie Rochlitz (S. 49) seinerZeit charakterisirt hat, von dem ganz leichten zweistimmiggesetzten Uebungsstücke für Anfänger (Sonate .1 in C-dur)in stufenweiser Erhebung zu der dreistimmigen SonateNro. 4 in G-moll, welche schon eine gereiftere Auffassungund wegen des strengen Satzes eine sehr accurate Aus-führung erfordert, und der 5ten Sonate in Es-dur mit demausserordentlich schönen Adagio in B-moll bis zu derSonate in F-moll, deren leidenschaftlich bewegte, in beidenHänden wechselnde Motive einen Schüler von grosserUeberlegenheit erfordern. Das 4stimmige Adagio affettuososostenuto ist ein Meisterstück von klarer, durchsichtigerPolyphonic.

Die Phantasie in C-moll ist eines von den wunder-baren Tonbildern, in denen sich die blüthenreiche SeeleBach's von jeder Form 'entfesselt in ruhelosem Stürmenund Wogen, in Gedanken voller Kühnheit und in feurigemSchwünge ergiesst. Hier leise ersterbend, dort in die Höhebrausend, mit scharfen Schlägen die klingenden Motivedurchbrechend ist dieses Stück eines der geistvollstenund grossartigsten, die überhaupt für das Olavier geschrie-ben sind. Wohl könnte der fast dramatisch zu nennendeAufbau von Stellen wie die nachfolgende: