Druckschrift 
1 (1868)
Seite
50
Einzelbild herunterladen
 

50

versuch zu betrachten ist, vorübergehend Erwähnung zuthun. Er selbst nannte diese von D. Scarlatti vielfachin Anwendung gebrachte Compositionsart spätereinenatürliche und damals sehr eingerissene Hexerei l )."Hon grösseren Theil seiner gleichzeitigen und späterenCiavier-Arbeiten, welche in die Leipziger Schulzeit undin die Frankfurter Studienjahre fallen (von 1731 bis 1738)hat er selbst später umgearbeitet. Seine eigentlicheThätigkeit als Clavier-Coinponist begann in Berlin (1743bis wo er, was er in seinen Studienjahren zu

Leipzig und Frankfurt a/O. an Sonaten und Concer-ten componirt hatte, erneuerter Umarbeitung unterzog.Von ihrer ersten Conception hat man nichts kennengelernt. Bach hat in einem Briefe an Forkel vom10. Februar 1775, der weiterhin mitgetheilt werden wird,anerkannt, dass die meisten seiner ungedruckten Clavier-Compositionenentweder sehr alte oder leichte Sachenfür Anfänger" gewesen seien. Damit hat er wohl sagenwollen, dass die sehr alten Sachen eben Anfängerarbeiten,oder solche gewesen seien, deren bleibender Werth von ihmselbst für zweifelhaft erachtet werden müsse. Die erste seinerbekannt gewordenen Compositionen aus der BerlinerPeriode ist eine Sonate vom Jahre 1739, gedruckt in demersten Hefte dermusikalischen Nebenstunden." Ihr folgteaus dem Jahre 1740 eine Sonate, gedruckt 1760 in der3. Sammlung von Marpurg's Clavierstiicken. Diese Sonate(D-dur f) verdient schon deshalb eine besondere Aufmerk-samkeit, weil in ihr, als der Zweitältesten der bekannt geAvor-denen Olavier-Sonaten, die spätere Sonatenform EmanuelBach's vollständig ausgeprägt ist. Die Gedanken treten ineiner Freiheit und Ungezwungenheit auf, Avelche, wenn dasJahr des Ursprungs nicht bekannt wäre, leicht auf eine spä-tere Zeit sc.hliessen lassen Avürden. Nur an wenigen Stellenverrathen leise Andeutungen die Alt - Bach'sehe Schule.

0 Burney. Mus. Reisen III. S. 203.