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welches den Zweck hatte, den verschiedenen Vortrag- zuzeigen, war überwiegend geworden.
Diesem Unwesen trat Bach in seinen Arbeiten ent-gegen. Unter allen seinen zahlreichen Ciavierstücken wirdsich kaum eines finden, in dem nicht der durchgehendeeinheitliche Charakter mit Deutlichkeit erkennbar wäre.Hierin lag ein ungeheurer Fortschritt.
Ueber die Auffassung, die er in der Ausführung seinerClavier-Compositionen forderte, hat er sich am klarsten inseinem Versuche über die wahre Art des Ciavierspielsausgesprochen: „Ein Musikus kann nicht andersrühren, er sei denn selbst gerührt". Alles blossBravourmässige, der Charlatanismus in der Kunst war ihmverhasst. Das Ciavierspiel sollte ein singendes sein. Da-her seine inelodieuse, klare Behandlung der Tonstücke,das gefühlvoll rührende, das er in sie zu legen wusste, dasgeistvoll spielende, humoristisch neckende derselben, dasin allen Verwickelungen und Vorbindungen klare Hervor-treten der Haupt- und Neben-Gedanken. „Mich däucht",sagt er am Schlüsse seiner Lebensskizze, „die Musik müssevornehmlich das Herz rühren, und dahin bringt es einCiavierspieler nie durch blosses Poltern, Trommeln undHarpeggiren; wenigstens bei mir nicht." Diesem Grund-satze entsprechen alle seine Ciaviersachen, sowohl die ausder ersten als die aus der letzten Zeit seines Lebens.
Was endlich die Technik anlangt, so ist sie oft genugbrillant und erfordert durchweg eine zierliche, feine undsaubere Hand. Aber wer sich durch gehäufte Schwierig-keiten und glänzende Kunstfertigkeit im modernen Sinnezur Geltung bringen will, wird hier seine Rechnung nichtfinden. Bach's Sonaten und Concerte können in tech-nischer Beziehung von jedem Spieler bewältigt werden,der die Finger so weit in der Gewalt hat, um massigenForderungen zu genügen. Aber Niemand wird sie spielenkönnen, der nicht zugleich auch die Fähigkeit hat, denin ihnen liegenden Sinn durch den Vortrag auszudrücken.