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Trachten sich in clem Streben concentrirte, seiner Kunstund seinen väterlichen Pflichten nach allen Seiten hin Ge-nüge zu leisten. Und so wird man ihm auch die Gerech-tigkeit widerfahren lassen müssen, dass er in seinem SohneEmanuel denKiinstler nicht zu Gunsten einer advocatischenPraxis habe unterdrücken wollen. Um so mehr gereichtes ihm zur Ehre, dass er ihn zum wissenschaftlichen Studiumangehalten und ihm dadurch eine tüchtige und dauerndeGrundlage für sein zukünftiges künstlerisches Leben ge-sichert hat.

So sehen wir denn auch Emanuel Bach keinenAugenblick schwanken, als die Frage an ihn herantritt,ob er sich ganz der Musik widmen, oder seine Zukunftdem Zufalle und der Ungewissheit überlassen solle? Erselbst sagt hierüber ganz einfach und ziemlich klar:Als ich 1738 meine akademischen Jahre endigte undnach Berlin ging, bekam ich eine sehr vorthoilhaftc Ge-legenheit, einen jungen Herrn in fremde Länder zu führen:ein unvermutheter gnädiger Ruf zum damaligen Kron-prinzen von Preussen, jetzigem König, nach Ruppin, machte,dass meine vorhabende Reise rückgängig wurde."

Hier ist nicht im entferntesten angedeutet, dass durchdiesen Ruf für seine Lebensstellung eine Aenderung her-beigeführt worden sei. Er hätte wohl gern in Ermangelungeiner festen Stelle die Reise in fremde Länder unter, wiees scheint, angenehmen und günstigen Verhältnissen an-getreten. Er sollte diese Reise mit dem ältesten Sohneeiner vornehmen und reichen liefländischen Familie machen,der in Leipzig studirt hatte, mit dessen Eltern SebastianBach bekannt geworden war und denen er Emanuel alsBegleiter empfohlen hatte 1 ). Aber sowie sich die Gelegen-heit zum Eintritt in die künstlerische Lebensbahn bietet,giebt er sie auf, ohne dass er darin etwas anderes als eine

') ßochlitz für Freunde der Tonkunst. Bd. 1. S. 283.