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Es sind über 200 Jahre her, seit wir die erstensicheren Nachrichten über unsere Familie überkommenhaben, ein langer Zeitraum guter und böser Tage. Mögenalle die Altvordern unseres Geschlechts selig geworden sein,das ist mein herzlichster Wunsch. Aus niederen Anfängenhat sich unsere Familie durch Fleiß und Gottvertrauen zueiner chrenwerthen Stellung in der Welt emporgearbeitet.Daß Gott sichtbar mit uns gewesen, erkennen wir mit Lobund Dank an, daß er fernerhin mit uns sein und unsnicht verlassen noch versäumen möge, bitten wir vonHerzen.
An einem Juli-Sonntag Nachmittag schreibe ich dieseSchlußzeilen. Draußen stehen Wald und Feld im Schmuckedes Sommers. Mein Weib und Kindlein sind auf einStündchen zu meinen Schwiegereltern, welche seit einigenJahren von Nheinsbcrg hierher übergesiedelt sind, ge-gangen. Wchmüthig klingen fernher die Sonntagsglockeuund lassen meine Gedanken nach oben gehen, wo die obereGemeine mit all den vorangegangenen Lieben Sabbathfeiert von Ewigkeit zu Ewigkeit, während wir hier nochim Kampfe stehen. Immer stiller ist mein Herz geworden.Meine freundliche Studierstnbe, an deren Wänden inlangen Reihen meines seligen Vaters und meine Bibliotheksich hinzieht mit all den herrlichen Werken, die ein regerSammelsleiß die langen Jahre hindurch zusammengebrachthat, ist mir nun, nachdem mein verehrter und geliebterVater geschieden, der liebste Ort im Hanse. Hier schweiftder Geist in Vergangenheit und Zukunft, hier sehe auchich so manches litterarische und wissenschaftliche Werkentstehen, wodurch ich mich in etwas der Welt nützlichmachen kann. Hier kommen alle die Beschwerden undSorgen des Tages zur Ruhe, hier bitte ich den liebenHerrn:
Gicb Frieden, daß die fromme, dir getreue,
Oft schwergeprüfte Seele sich erneue;
Daß sie nicht mnthlos hingerissen werde
Vom Geist der Erde!