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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3453-3454
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Land-und Haus-WirtschafftS-Calenders, Iunius.

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^in den Weinbergen ist dieser Zelt nächsttrecke, oder dem Erbrechen, davon im vor-gehenden Monat gedacht worden, sobalde»iee ste Arbeit das Bmdenoder AnhefftenmitM, damit das Weinholtz um d!^ Stäbe

di erste Arbeit das Bmden vderv" . Weinholtz

Welche Arbeit die ersteReffte geneunet, und so sie recht gethan undWacht wird, ziemlich langsam zugehet, mas-

s... kaum eine Reb-Arbeitmehr Zeit erfordert?as Stroh darzu muß man vorhcro im Wasser^hl weichen lassen, und d-e Schosse nicht zu-wb auf einmal, sondern allgemach aufheoen,.ück dabey so viel möglich verhüten, daß keineWtter mit in das Band kommen, als welches,M alleine unanständig, sondekn auch demMcke schädlich, indem das Holst desto wem-.lirelffcn mag, jazu Jetten die Augen darun-ter unnütze werden, welches denn denen Schos-sen, so entweder zu Bogen ober Einlegen ge-brauchet werden, zu sonderlichem Schadenreichet. Nach dieser Arbeit geschieyet dieKante oder das Wein-Gart-Men,. damit so-leich darauf, km» vorderDlute, die andereHacke desto beqvemer könne vorgenommen«den; denn in der Blüte soll man nichthacken, weil solche sonst leichtlich davon ab-Mssen wird.

In den Vvaldern und Geholyen mußman ietzt das Abschälen und Schinden derBaum Rinden, als welche man zu den Erd-licer-Körben, und dergleichen liederlich ver-drauchet, verbieten, weil die BAnme davon ver-derben. So soll man auch eben darum dasPech-Hauen um diese Zeit unterlassen. Jn-gleichen soll man in die Plätze, wo daS Wild-xrtt seinen Stand hat, das Vieh nicht hineinlmben lassen. Bey trockenen: Wetter kanmmdaS vorhin gehaueneHoltz heimführen.

Bey der Vieh-Zucht soll man noch denEtier zu den Kühen lassen, Iv bisher nicht ge-lindert haben. Insgemein aber muß man vordie Melck Kuhc fleißig grasen lassen, damit siekeinen Mangel haben; und dabei, wohl zuse-hen, daß an den Wiesen-Räuden ohne SchadenMaset werde- Bei? den Zug - Ochsen mußman mit dem nenen Futter sich wohl in Achtnehmen, weil alles Arbeits Vieh gar matt da-von wird. Nun kan man mit dem Schaaf-Gcheeren, da es noch nicht zu Ende gebracht,fortfahren; auch diesen und folgenden Monatbey trockener Zeit dem Schaaf-Vieh die ge-»ohnliche Saltzlecke geben; und solche« nichtallMuh austreiben, sondern zuvor warten,bis der Thau vergangen, auch, wenn die Hitzegrvx, noch vor und ehe die andern Hirten, ein-treiben z man soll auch an allzusehr sumpsig-wd bruchigen Orten mit den Schaafen nicht»>ilcn l>!sscii, weil es ihnen sehr schädlich. WoFchaaf-Milch denen Schäfern nicht ver-pachtet ist, pfleget man erst nach Pfingsten an-Mligen^sie zu melcken. In diesem Monatloll inaii Musterung unter den Schaasen hal-!»/ ^^Merv-Schaase, Merk-Hän»nel, undLämmer, nemlich alles was zur ZuchtEana nicht mehr dienlich ist, ausüben,unv entweder zum Schlachten behalten, »der

verkauften; sie müssen aber indessen absonder-lich gehütet werden. So lässet man auch nochdie guren und sich wohl mästenden Stahreschneiden. Denen Schweinen, die iekund al-lerhand Ungeziefer mildem Gras emschluckcn,

soll man Angeiica-Wurtz undEnyian eingeben:

ihnen auch Alant, Eberwurz, samt dem Kraut,Lachen-Knoblauch, Meister-Wun;, Liebstöckel,und Lunaen-Wurtz ins Getrancke legen. Dergrossen Hitze halber mag man ihnen zur Abküh-lung frische ^rdc und Sand unterstreuen. It?grosser Hitze soll man sie auch nicht austteiben,dieweil sie alsden» gern das kalte Wasser häu-fig in sich sauffen, und davon erkrancken.

Dey der Pferde-Zucht insonderheit, sollman mit dem neuen Futter, das ist mir demneuen Heu, und mit dem von neuem Stroh ge-schnittenen Häckerling sich wohl in Acht neh-men , weil die Pferde, vor anderm Vieh, sehematt davon zu werden pfieaen; es wäre daher»gut, wenn ein ieder Hauswirt sich befleißigte,daß er alt Stroh und Heu bis nach Michaelishatte: Denn nach Michaelis dvrffen sie nichtmehr so grosse Arbeit thun, daher» können sissodenn das neueHeu und Stroh besser vertra-gen, da sich denn auch in solcher Zeit die sonstschädliche Grnse ausgezogen. So muß manauch dieser Zeit, und sonderlich ein Wochendrey oder vier vor der Erndte die Acker - Pferdewohl halten und warten lassen, damit sie zu sol-cher Arbeit, die sie bald darauf im Felde thu»müssen, sein starck und munter werden. BeyHeissem Wetter soll man die Pferde nicht allzuscharff treiben, in der grösten Hitze aber gar zuHause lassen- Man soll ihnen auch nie viel,sondern nur wenig aufeinmal, aber öffters, je-doch niemals kalt zu trincken geben - Nemlichwenns kühl ist,k»n man sie auch mehr kühl, dochnicht zu kalt; wenn aber hitzig Wetter ist, sollman sie mehr laulicht, als kühl, trancken. DiePferde, so man auf die Weide gehen lässet, sollman auch frühe aus - und nach etlichen Stun-den vor der Hitze wieder eintreiben. Die Fül-len werden nun gewöhnlicher Massen im wach-senden Monden, nicht aber im Neu-Mondeirentwehnet. Andere und zwar sonderlich aufrechten Stuttereyen entwöhnen sie nur insge-mein drey Tage vor dem vollen Schein, uni»lassens sogleich in vier und zwantzig Stundennicht zu der Mutter: Denn lassen sie es nocheinmal genug trincken, und bringens in den or-dentlichen Füllen-Stall.

Sey dein Feder-Vieh soll man denen umdiese Zeit gemeiniglich kranckenden Hünerneinen guten Theil Roß-Ameisen vorschütten,wovon sie purgiren und sich wieder erholen.Denen kleinen Hünern aber soll man zu Ver-hütung des Pipses anietzo Knoblauch, denenTruthünern aber ein Pseffer-Korn geben, uni»ihnen den Kopf mit Brantewein bestreichen.Solisten sind die Hüner, die in diesem Monatausgebrütet werden, weil sie so gerne den PixSbekommen, zur Zucht untauglich, und werdendaher jung verspeiset oder zu Gelde aemachet;insgemein aber hat das junge Feder-Vieh, so inder Weitzen- und Hollunver-Viüte ausgebe-