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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3403-3404
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Z4«Z Land - und Hauswirtschaffts-

darinnen gestanden, bey erfolgendem gutenWetter einsetzen.

Im Blumen - Garten kan man in diesemMonat ebenfalls noch nichts sonderliches für-nehmen, als daß man die Blumen-Mist-Beeteausräume, und ein ziemliches Theil guter Er-den zu allerhand Gewächsen zurichte, welchevor Winters in Kasten und Scherben dicht undgenau an einander gesetzet sind/ solche, wenn esAeit, in andere Geschirre zu verpflantzen. Beyanhaltenden hartem Frost kan man mit demEinheiyen im Gewächs-Hause fortfahren, hin-!gegen, wenn gelindes Wetter ist, die Fenster!am Tage öffnen, damit die Gewächse frischeLufft bekommen. Man mag nun von allereSorten Kerne, so harter Natur sind, und lan-ge in der Erde liegen, ehe sie aufgehen: Alscilnnz Inciic -I oder Indianisches Rohr; Keck-miz ^rskic-! oder Syrischen Pappel-Baum,Cvpressen-Saamen, Dattel-Kerne,SpanischenGinst, und andere mehr, in Geschirre pflantzen,und in der warmen Stube serwahren. Mankan auch allerhand Anemonen und Ranunkelnin gute lockere mit Back) - Sand vermengteHolt; Erde pflanzen, und solche im Gewächs-Haus verwahren: Demrobschon im Januarivsolches auch geschehen, so mag man doch in die-sem und denen folgenden Monaten dergleichenauch vornehmen, damit man von Monat zuMonat Blumen von denselben haben möge.Man soll auch nachsehen, ob die IndianischenGewächse, als die Aloe, Indianische Feige,locgssz, Indianisches Rohr und dergleichen,noch gesund, oder ob sie anfaulen, welchen Fallsdas Faule ausgeschnitten, und der Ort mitKreide bestreuet werden muß. Auch soll mandieser vorgedgchten Gewächse keines im Win-ter beaiessen, sondern ie trockner sie gehaltenwerden, ie besseres ihnen ist- Wenn dasWet-ler gelinde, und die Erde offen, sollen die Blunien-Felder zugerichtet, gedünget und umge-graben werden. Man kan auch im vollenMond Levcojen-undNelcken-Saamen in Ka-sten säen, und solche im Gewächs-Hause ver-wahren, um sie frühzeitig zu pstantzen-

In den Rüchen - Garten, worinnen wegendes bisher noch gemeiniglich anhaltenden stren-gen Frostes, alles gleichsam erstarre: lieget, istwenig mehrers, als was bereits im Innuariovermeldet worden, zu verrichten: doch kan maunoch immer M>'-A Beete anrichten, allerhandKuchen-Gaumen hinzu säen, als von aller-hand Arten frühen Salat, item Radiese, Mo-nat Rettige, Selsri, pnrrum, Blumen-Kohl,frühen Wirsig-Kohl,frühen weiffen und rothenKopff- Kohl, Maioran >u,d andere Küchen-Kräuter mehr, wie auch Römische Beten, Ar-tischocken, Eardvnen und frühzeitige Erbsenund dergleichen. Diese also bcsäeten Mist-Beete muß man sowohl des Tages, wenn dieSonne nicht scheinet, als des Nachts, solangees Frsstund Reisten giebt, vor der Kälte, gleichmit dsr Svnnsn Untergang bedecken. Mandecket sie auch des Morgens frühe nicht zu baldauf. und ös frostige Zeit vorhanden, lässet manKe den gansen Tag zugedecket. Doch muß

Calenders, Februarius. Z404

man dem Stroh, so man zu dergleichen» deckengebrauchen will, zuvor alle Achren abhauen,denn sonsten, da etwa noch einige Körner in sel-bigen vorhanden, pflegen die Mäuse denen Kör-nern nachzugehen, und stchHadnrch in dieMIst-Beete zu gewöhnen, daß sie auch darinnen denSaamen auffressen; dahero auch die Schilff-Decken vor ienen den Vorzug haben. Juglei-cheu muß man zu den Saamen-Krautern in denKellern und Gewölben seyen, daß sie nicht fau-len, nicht weniger die eingesetzte Wurtzel-Te-wächse, auch Blumen-Kohl, Winter-Endivienund dergleichen besichtigen, und wenn sie fau-len, ausnshmen und abputzen, etliche Tage ab-trocknen lassen, und hernach wieder einsetzen.Man kan auch wohl, wenn das Wetter darnachist,Zwiebel'Saamen, Haber-Wurtzeln, Scor-zone> a, Zucker - Wurtzeln, Pastmack und Peter-Mi'n-Saamen, wie auch Löffel-Kraut, Körbel,Spinat, Anis und dergleichen säen, auch Früh-Erbsen und Früh-Bohnen pstantzen. Zn En-de diesesMonats pfleget man auch noch Pflantz-Beets zu graben, und Kaap-Saamen säen zulassen, llui solche Zeit muß man auch den Hu-ner-mid Tauben-Mist in die Gärten dringen,und so bald der Schnee hinweg (oder auch wohlauskleinen Schnee), dünne herum streuen, da-mit hcrnach gut Gras wachse. Sonsten blühetin diesem Monat die Winter-Wolffs-Wurtz,und zeigen sich auch aegendas Ende desselben,da das' Wetter^ gelinde, Huf- Lattig, weiss«Nieß-Wurtz, Huner-Darm und dergleichen.

In dem Baum - Garten, muß man, wasim Januario verabsäumet, ietzund nachholenoder einbringen. Insonderheit soll ein sorgfäl-tiger Hauswirt, nächst dem, daß er die Bäume»on den übrigen alten Blättern entlediget,sich allenthalben wohl umsehen, ob nicht mehrRaup.m-Nester vorhanden senn, und scldigeallen Fleisses noch wcik^ ausrotten. So ist eSauch nun Zeit, dieDü-Mng der Bäume vol-lends zu Stande zu bringen, und darzu gutenabgelegenen und verweseten Mist (jedoch nichtvon Pferden oder Schweinen), oder mürbe undfette Erde gebrauchen. Bey gelinder Witte-rung kan man in diesem Monat den Ansangmachen, allerhand Stein - Obst, als Mandeln,Kirschen, Pflaumen, Apncoscii, Pfirsiche :c.zu pfrepffen oder abznsäugen (wenn man zweyJahr zuvor feine gerade Stämme um die Bäu-me gesetzt), ingleichen die niedrigen Bäume,und zwar zuerst die Birn-Bäume, die Aepf-fel-Bäume aber zuletzt zu beschneiden- Die-jenigen, so an eine Mauer geflantzet, wolle»allemahl eher, als die, so an die freye küsst ge-pflantzet sind, beschnitten werden. An warm-üeaenden Orten kan man die Pfersiche, AM-cosen und dergleichen Räume, an dem Spa-lier oder Mauer-Geländer auch wohl schnei«den, aber auf einmahl nicht zu nahe an denStamm, sondern man muß einen Zacken, emesZolles lang, stehen lassen, damitdie Nacht-Fro-ste nicht so bald in den Stamm schlagen kon<nen. Wenn die Bäume anfangen zu treibenn. es warm wird, aisdsnn kan man es voüendsglatt am Stamme abnehme», mid die Stelle