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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3299-3300
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z»S? Wurff-Schauffel

zogen wird, rim's umher einen Sack oderBauchbekömmt, darein sich die Fische verfangen, undsodenn mit leichter Mühe, durch den oben amGarne angemachten Strick, können heraus ge-zogen werden. Es wird auch dieses Wurff-Garn gar artig mit einem Ring und solchenBindfaden gemacht, die in gerader Linie durchden Ring, welcher ziemlich weit, und etwa dreyViertel Zoll dick seyn muß, gehen, und gleich-falls jeder einenSchuh weit von dem andern ge-knnpffet seyn sollen, oben aber alle zusammenlauffen müssen. Wenn nun das Netz oderGarn , wie ras vorige ausgeworffen, und wie-der mit dem Seil zurück oder heraus gezogenwird, so last man den Ring hinab zu deyenKugeln rollen, welcher denn die Fische in dieHohe des Garnes treibet, selbsten aber bishinab zu denen Kugeln fället, und also dasGarn in Gestalt eine? Beuteis zuschliesset, dasalso kein Fisch, er müste denn gar klein seyn,heraus kommen kan; denn es raffetdieses Tarnalles, worauf es nur fallet, mit fort, also daß esauch Steine, Holtz und anders mehr mit indie Hohe bringet. Wenn man diese zweyGarne werffen will, so «acht man nur andas obere Theil, oder, wo es ist zu stricken an-gefangen worden, ein Seil, von etlichen El-len unn an das andere Ende wird eineSchieiffe, wordmch man den lincken Armstecket, geknüxffet. Darauf fasset man miteben der lmcken Hano, ohngefehr zwey Schuhhoch von denen Bley-Kugeln, das aantze Netzzusammen, daß die Kugeln zu unterst kommen,den dritten Theil aber von diesem Netz ergreifstman mit der reckten, und schlägt es über dielincke Achsel hinüber. Wenn nun das Garnso gehören, und zu dem Ort. wo es soll gewor-fen werden, gebr icht wird, so drehet man sicherstlich aus die lincke Seite, aber alsbald wie-der zurück aus die rechte, nur, daß man denSchwung bekommet, und schleudert es so vielmöglich von sich ab, da es sich denn in einemCirckel auf demWasser ausbreitet.untersincket,und alles, was es «trifft, gefangen halt; undist hierbey nichts weiter zu remarqviren, als daßman i) im Werffen keine Knörffe, oder sonstetwas an sich habe, daran es koiite behängenbleiben denn sonst würde es den, der es wirfft,elendiglich mit unter das Wasser reißen. Zum2) daß das Garn nicht ohne sonderbare Nothan diejenigen Oerter gemorsten werde, wo vielSteine, Holtz oder dergleichen Geniste lieget,denn dasselbe wird hierdurch verderbet undzerrissen.

Vvurff-Schauffel, ist einehöltzerne Schau-fel, damit die ansgedroschenen Körner gewurfftwerden- Insgemein nehmen zwar die Dre-scher die ordentlichen Korn-Schauffeln dazu,womit man sonsten das Getraide auf denen Bö-den zu wenden pflegt, und zwar mehr um ihrerBequemlichkeit willen, als daß sie gute Dienstedamit verrichten sollten; eS find ihnen abersolche nicht ziijulassen, sondern, daß sie sichkurtzeWurff-Schauffeln anschaffen sollen, an-zuhalten; denn ie kürtzerdieSchauffel ist, ie

Wurm zzoo

reiner das Getraide im Wurssen damit gemachtwird.

wurm, ist ein unvollkommenes Tbier, dar-unter viele des Gesichts und des Gehörs er-mangeln, ohne Füsse, eines scheußlichen undeckelhafftenAnsehens, dergleichen in derErden, "im Wasser, in Früchten, in lebendigen Thieren, sund in leblosen Corpern gesunden werden. »Insgemein ist das Gewürm schädlich, doch sind i -ieinige, die wozu nütze sind, als da ist denSei- N,denwurm, der einen köstlichen Faden spinnet;der Regen-Wurm, der in der Arkney statliche vWirckung thut, und andere mehr. So em 'Pferd Würme im Leibe hat, so wird es gemei-nig!ich mager, und crcpiret endlich gar, wo ihm vcnicht in Zeiten geholffen wird; denn wenn die : ^Würme den Magen und die Gedärme durchge-sressen haben, so fällt ein Pferd plötzlich dahin Bund stirbet. Sie finden sich in dem Magen- i-Lin dem Gedärme, im Sack, ilireMimm ciecum -ngenannt,und in demMast-Darm, entstehen ausfaulem Futter, ungesunder und fetter Weide, '-p-und sonsten aus schleimichter sauler Materie,die sich in erstermeldten innerlichen Gliedernbefindet. Die Magen-Wörme sind wie die A.'-kleinen Käfer, rund, an der Farbe röthlich oderbraun, mit spitzigen schwartzen Mäulern, wel-che aussehen,als wenn sie von Horn wären, undwomit sie sich im Magen, wie die Blut-Egeln 7anhängen, und denselben durchfressen. Dieandern Würme wachsen und halten sich ausimSack, sind den Regenwürmern an der Gestalt 7gleich, iedoch breit; sie wachsen sehr groß, und .machen Nester in diesem Gedärm, welches sie, -wenn ihnen nicht gesteuret wird, endlich auchdurchnagen, und dem Pferd den Tod verursa-chen. Die dritte Art Würme sind in demMast-Darm, und wachsen aus faulem Koth.Die Zeichen der Käfer-Würme sind folgende:1) Hänget am Hintern zu Ausgang des Mast-Darms eine Feuchtigkeit, gleich einer gesotte-nen Bohne, so nichts anders ist, a!S ein Eiter ^aus den Bissen der Wurme, welche, wenn sie - "sonst keine Nahrung finden, den Magen, unddas Gedärme angreiften; 2) wältzet sich das ^Pferd, und wirfft sich gemeiniglich auf denRück Grad, weil es daselbst den Schmertzen am ' -meisten suhlet, Massen die Röhre des Magensam^Rück-Grad angehefftet ist, deswegen die -Würme in Sinnahm des Futters aufwärts stei-gen, und sich an demselben hängen; 5) hat esgemeiniglich dabey das Maul-Gesperr, welches A>,in vier und zwantzig Stunden, bey erinaiiglen-derHülffe, es vollends mit dem Pferde aus- ^ ^macht. Diejenigen Rosse, so sich mehrciitheils 7von der Weide erhalten müssen, bekommen sol-che Käfer-Würme gemeiniglich am meisten.Dieselben nun zu vertreiben soll man für allen stz.-Dingen dem Pferde Knoblauch und TeuffelS- ^ . ^Dreck aufdas Mund-Stuck binden, und es einpaar Stunden stehen lassen, hernach aber sol- >gendeSClvstierapplicireii: Nimm Milch an- ^derthalb Maaß oder Kannen, Encr Dotternan der Zahl eilffe, und ThomaS-Zucker einViertel-Pfund, mische es unter einander zu ei-

nem Clystier, und gieb ihn, alsbald einen Ein- . ^ V«

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