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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
3227-3228
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zz-7 Winter-Drossel Winter-Feld

Gänsen mehr weisses, als braunes hat, soll eseinen Winter mit vielem Schnee aeben- Ei-nes langen Winters Vorboten sollen fernerseyn: Wem? die Eich-Bänine sehr viel Eichelnlragen; Wenn viel Hornissen und Bremenvor dem Ausgang des Oetobers erscheinen,«»gleichen wenn es nicht recht vorwittert; dasist: Wenn der December oder auch wohl derIanuarws nicht rechte gewöhnliche Winters-Art, mit vielem Frost, Schnee und Kalte ha-ben, so sollen solche Witterungen gagegenmit Haussen in den Februarium und Mer-zen fallen; und also nach dem bekanntenSprichwort: Grüne Weihnachten, gerneweisse Ostern geben. Die Ascher haben diesesGemerck, so auch von der Erfahrung bestätigetwird, und nicht leichtlich fehlet, indem sieausder Leber eines im December gefangenen Hech-tes von dem künftigen Winter urtheilen: nem-lich, wenn die Hecht-Leber gegen dem Gallen-Mail-'in zu, das ist. von hinten breit, von vor-ne» aber spitzig und schmal ist, so bedeute es ei-nen langen und Harken Winter. So habenauch die Banren gleichfalls die Gewohnheit,ans der Miltz ihrer un December geschlachtetenMast Schweine von des Winters Beschaffen-heit zu urtheilen; sie verfahren aber damit al-so : Wenn die Miliz durchgehendS gank gleichdicke ist. so sagen sie, daß ein starcker Winterkommen werd«, ist aber die Dicke mir aufwertsgegen dem Rückgrade zu sehen, so soll die Kal-te sich allererst im Ausganz des Winters äus-ser»; ist die Mi!« in der Mitten groß, so werdeder mittlere Theil des Winters scharss ein-treffen; ist aber die Miliz abwerts gegen demBauch dicke, so werde nur bloß die Kälte umden Anfang des Winters mir einem rauhenFrost sich spuren lassen. Wenn die Saat imWinter bey harter Kälte unbedeckt bleibet,so kan sie solche ohne Schaden schwerlich aus-stehen. Ein gar zu harter Winter ist denenReben und andern zarten Gewächsen gefähr-lich, verzehret aber und verderbet das Ra-i-pen-Geschmeiß und anderes Ungeziefer, alsdessen Saame in einem gar gelinden Win-ter erhallen, und denen Bäumen im Früh-Jahr gefährlich und schädlich wird. Wennviele trockene Winter auf einander folgen,so pfleget gemeiniglich das Hoitz in denenWäldern davon zu verdorren und abzu-stehen.

Winter - Bau, siehe Winter - Ge-traide.

wliitcr-BImne, suche Rhein-Blume.

Winter-Drossel, wird von einigen dieWein - oder Roth - Drossel genemiet- SieheDrossel.

Winter-Endivien, suche Endivien.

Winterfalliy, Heisset man solche Ochsenoder Kühe, die im Winter, wenn man sie gleichaufs beste und trefflichste wartet und füttert,doch so dürre und matt werden, daß sie offttiicht mehr aufstehen können, sondern mit denSchwantzen aufgehoben werden müssen.

Winter-Feld, Heisset dasjenige, welches imHerbste mit Weihen, Roggen, Riebsen, Dm-

Winter-Getraide Winter-Odft z---»

kcl oder Winter-Gerste besäet wird, «nd^lstüber Winter liegen bleibet-

Winter-Gerste, siebe Gerste.

Winter-Getraide, Winter-Nau, Win-ter-Saat, heissen alle die Körnerund Feld-Früchte, so im Herbste gesäet werden, als dasind - Winter-Weiizcn, Winter-Roggen, Win-ter-Gerste, Winter-Riebsen und Dinckel, w»-von iedes Orts besonders,

Winter-Grün, dieser Nahme wird verschie-denen Gewachsen beygeleaet, so den Winterdurch arünen, und ihre Blätter behalten, alsl)dem Epi?eu, wovon der grosse an den Buu-nie» und Gebäuden hinauf wächset, der kleineaber auf der Erde und an den Zäunen herumkriechet; -) den, Sinngrün oder Inngrün,welches nicht nur in Geheaen und Wäldemin fettem Grunde wachset, sondern auch wohlin die Gärten gepflanizet wird- Von diesenbeyden Arten ist bereits behörigen Orts Mel-dung geschehen. Die dritte Art ist das eigent-liche sogenannte Wintergrün, so wild wäch-set, und dessen man wieder verschiedene Gat-tungen hat, als das grosse mit runden Blat-tern, das kleine mit runden, und mit spitzi-gen Blätter» , und endlich das Staudige.Das erste, welches allein gebraucht wird,wachst an feuchten, schattigen Orten, und hateine röthliche Wurizel, rundliche alatte unddunckel-grüne Blätter an langen Stielen,da-zwischen einen eckigen Gtenael, an welchemweißliche Blumlein, wie Mayen-Blümleinsiizen, worauf ein füiiffcckiges Saamen-Haus-lein voll kleines Saamens folget. Es blü-het im Junio. Die Blätter dienen zu aller-ley Wunden und Sch-vären, wenn sie frischzerstossen und aufgeleget werden; sie werdenauch in die Wund-Trancke und Pflaster ge-nommen, und eine Salbe auf dreycrley Artdaraus bereitet, eine grüne, die Wunden zureinigen, eine weisse zu kühlen und der Ent-zündung zu wehren, und eine rothe zu trock-nen. Das daraus destillirte Wasser stilletallerley Bauch - und Blut - Flüsse. Es lassensich auch, aus den Stielen desseibigen Besenbinden, welche, die Stuben damit auszukehren,vonauterDauer seyn.

Winter-Haus, Winterung, ist ein Gar-ten Gebäude, damit der Gärtneralle diejeni-gen Gewächse, so die Kälte nicht vertragenkönnen, vor Winters einstellet, und solche fürdem Frost durch mäßige Wärme bewahret,bis^sie aus den Frühling wieder in die freyeLusst in den Gärten an ihre behorige Stei-len gebracht werden. Siehe Geivachs--Haus.

wmterAohl, suche Rohl.

Winter-Rorn, siehe Aorn.

Wmter-Rraut, suche Rraut.

Winker Majoran, siehe Majoran.

Wilner-Monat, suche iSvember.

Winter-Ohst, ^ager-Gl'st, Heister dasjeni-ge, so nach seiner Art bis m und durch den Win-ter dauren kan. Das Obst, welches den Win-terdurchqehaltenwerdensoll, muß, so langesdas Wetter zulasset, aufdem Stamm gelassen,