Wind-Büchse Winde
Winter oder dürren? Wetter, da die Erdesestist, vnd'ßarck s,-HS!t. geschiehet, so Heissetes ein XVins-Bruch: Wenn. ?ber bey vie-lem Regen der Boten feucht und luckerwird, bebt ein entstehender Sturm die Wür-ze! und der aanfts Baum fällt um, und dasbeisset ein Wind-Fall, Wind-Schlag oderwind Riß. Die Wind-Schläge gehö-ren zu dem Forst, und sollen zu Nutz ge-macht werden, ehe denn man gesundes Hvitzaiigreiffe.
Wind Büchse, ist ein Ge'ch^ß, wie eineFlinte gestaltet, woraus die eingeladene Ku-gel oder Schrot, «n stat des Schieß - oderBüchsen-Pulvers durch die Lnffr geschobenwird; daher sie beym kosschieüsn lüc-t knaitt.sondern »nr einen mäßigen Bl-? Hatman die Lnfft einmal durch aenugn!" s V! mi-xen eingeprcsset, so ran m-m hewach viel-pahlIos>'chiesssn, ohne neue Lusst da»; vvnnöiben m'haben, doch nimmt die Gewalt dcS Schusses iT-desinal ab.
winde, ist das bekannte mechanische In-firument, vermittelst dessen grosse Lasten be-quem in die Höbe gehoben werben können,vnd theils dem Gebrauch, theils der Consmi-ction nach besondere Benennung bekoinmt;denn es giebt Erd winden, Stock-undFuß-winden, ingleichen ein-zivey-drey vicr-und mehr spännige Fuhrmanns-winden,welche darum asso genennet werden, weilordentlich ein Fuhrmann nach der Schwereseiner Fracht bald zwey-spänniz, bald drey-bis sechs - spännig fähret, und folglich auchnach Proportion seiner Ladung eben deraiei-chen Winde vonnöthen; und zwar verhält sichdie Krafft der zweyspcknnigen Winde gegendie Last, wie - zudie drey-ftännige, wie izu 77, bey einer sünss- spännigen aber wie izu ioc>, in welcher Verhältniß man sie alsoverstärcken kan, daß, wenn z. E- ein Menschzo Pfund Krasst anwendet, er eine Last vonzo Centnern damit zu heben vermögend ist.Es bestehet- aber'i'sb. xix. i?ix. 4 dergleichenWinde, in einer starcken eisernen gezahntenStange die oben eine Gabel und un-ten einen Fuß K hat, übrigens aber durchein Getriebe 5 auf und nieder beweget wird,welches durch das daran gestoßene Rad l>«mgetrieben werden muß, indem eine Schrau-be obne Ende in dasselbe eingreifst, welcheSchraube zu äusserst durch eine Kurbeldie Bewegung bekommt Diese Kurbel istbey mancher grossen Winde aüo eingerichtet,daß man sie lang und kmtz anstecken kan, wiesolches die Umstände erfordern. Manche ver-stehen durch eine Winde auch diejenige Ma-chine, welche man sonst im rechten mecha-nischen Verstände einen Haspel zu nennenPfleget.
winde, winde Kraut, winde -Glöck-lein, wind-g, ist ein Kraut zweyeriey Gat-tung, davon die eine wild wachset, die an-dere im Garten gezogen wird. Des wildenWinde-Krauts sind dreyerley Arten: Die
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grosse Winde mit weissen Blumen; die klei-ne mit we>ssenvderRosen-sarbsnen Blumen:Und die kleineste mit dreveckigten Saamen.Die erste wird in der Artzency gebraucht,wächset an Hecken vnd Zäunen, chchk undwindet sich allenthalben ein. Im SLasseroder Wein gesotten, und davon xettsncke-i,Mret sie wässerige Feuchtigkeiten mit Machtaus. Im abnehmenden Mond gefammlet,zerstoßen, und so lange der Mond im Abneh-men ist, Morgens und Abends srisch aufge-llt, benimmt sie das Auswachsen und Ho-cker, sonderlich, wenn dabey eine tauglicheSalbe aebranchet, oder nur nüchterner Wei-ch >l aizfgekrichen wird. Ein Bad davon, stil-ler die Harn Winde, und lindert die Stein-Schmersen. Die Bwmen in Oel gesotten,sine gut wider die Lähmungen. Im Gartenhält man um der Blumen willen, die Spa-nische, kleine Himmel-blaue Winde, sonstenau-ch die Nacht-Blume genannt, weil dieBlumen mit Untergang der Sonnen sichschliesset!: Die Spanische grosse Purpur-sarb-nc Winde. Beyde wollen eine Stange bey-gestecket haben, an welcher sie sich hoch hin-aus winden- Die Biutrothe Winde mit ei-nem weißlichten Stern; die öuncktl-Violet-farde, mit einem Purpur-farbigen Stern.Unter ah.en aber behält den P'eis die Him-mel oder Ultramarin blaue Winde mir demgelben oder Gold- farbigen Sterne und läng-lichen Blattern- Sie hat dieses besonders,daß sie sich nicht so windet, wie die andern,sondern angebunden seyn will, iedoch sehrhäufig blühet, und steket es überaus wohl,wenn des Morgens frühe eine aute Anzahlsolcher Blumen zugleich mit einander auf-gehen ; und ob sie gleich des Abens, ja zumTheil bereits des Nachmittags schon, sichwieder zusammen winden und verderben, blü-het das Kraut doch lang hinaus, bis es zuzeitigen beginnet, und ersetzet also dadurchdas, was ihnen in Ansehung so schnellerVerwelckung etwa» abgehen möchte. IhreFortpflanzung geschiehet alle Jahr durch denSaamen, welcher iedoch ziemlich begossenwerden muß. Die stechende winde, istein Winter-Gewächse, dessen Blätter, wieder Wald-Epheu, doch etwas länglichter,und auf der auswendigen Seite in der Mit-ten stachlich sind, auch stacheliche Ranckenbaben, wie die Brombeeren. Sie windetsich sehr in die Höbe, bekommt im May weis-st wohlriechende Glocken - Blümlein, auswelchen im Herbst rothe Beerlein werden.Eine Art dieses Gewächses hak weiß gefleckteBlätter, eine andere hat glatte Blätter ohneStacheln, etliche tragen auch schwarye Beer-lein. Die Beeren werden im Herbst reiss, undhaben einen scharffen Geschmack- Dieses Ge-wächs muß bey uns in einem Geschirr gehal-ten, und Winters-ZeitindaS Gewächs-HausvderEinsetz-Zlmmer gebracht werden: Mankan es durch Abreissung der Zweiglein, wie dieNägelein, fortpfiantzen und vermehren. Mitden Blättern kau m«n di« Schäden ans den
Scheu-