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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
2459-2460
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24)? Rotz Rude~l ^

^urch einander zu Pulver gestossen, dem PferdeMorgens und Abends unter dem Futter einge-geben. Oder nehmet einen Ameis-Hauffen ineinen Sack, waschet solche in drey Wassern,undaieffet denn die Waffer zusammen, zerknirschethierauf die Ameisen wohl im Sacke, und tau-chet den Sack ins Wasser, darauf bindet demPferde den Kopf in den Sack, und lasset es al!»stehen,bis es gar wohl schwike; denn binderdenSack auf, und streichet ihm den Schweiß ab;und wenn es endlich erkaltet/so giesset ihm sol-ches Wasser auch ins Maul, so wird es wiedergesund. Die Wart- und Pflegung dieser Pfer-de anbelangend, soll man solche aliobald vonandern Pferden absondern, und allein in eineninitielmäßi,: warmen Ort stellen, denn sie einenganzen Sräll vsl! und noch mehr anstecken kön-nen,' uns weil die Ursache dieses Uibels an üchselbst eine kalte Materie ist, welche üch in derHirnschaale versammln, also soll man solchenPferden erwärmende uns zercheilende Speiie»und Gettäncke geben. Das Futter soll geschro-bene Gerste,Weitzen,Kicher» und Kleyen seyn:man kan ihnen 'such grüne Saat, Weiden-Blättckr, wilde Saibey, Wegwarten oderSonnenwurbel mit «ukermengen, und pe denkaltem Waffer enthalten, damit der Leibnicht mehrers erkältet werde, und erstgemel-dete Krauter ihre Wirckung desto beßer ha-^ben und purqiren mögen. Ihr taglicherTranck soll seyn, Tausendgulden-Kraut dreyHände voll, .Knoblauch, Jngber jedes sechsLoth, Äreffen-Saamen vier Lotb, Calmusacht Loth, 'Säßtzvls ei» Viertel-Pfund, Ler-chen-Schwam-n vier Loth, TurbitzweyLoth,Hollunder Wurtz vier Loth, Honig ei» halbNoffel. Dieses alles soll man in einem Kes-se, voll Wasser sieden, und denen Pferdenjauiicht zu rrincken geben; denenseiben aber,wen» sie fte'iscü sollen, die Kövffe aus denBoden binden, und sie zur Kommers-Zeitdes Tages über auf die Weide lausten las-sen, a>:ch darbey mit aller harren Arbeit ver-schonen.

Roy, ist auch eineKranckheilder Schaafe.Solche zu vertreibe» soll man gepulverteAlant- oderOchsenzungen-Wurtzeln mit gleichso viel Saliz vermischt denen Schaafe» zulecke» geben. Etliche nebmen eine» LöffelvoliBranteweiu und guten Tderiae, mischensdurch einander, und gieflens also deii Schaafeuein. Weil dieses jiibel ansteckend ist, soll mandas krancke Viey von dem gesunden absondern,und dasselbe besonders meiden und stauen las-sen ; doch viele Schafer lassen die mit dem Rotzbehaffteten Schaafe ohne einiges Bedenckenmit unter denen gesunden auf die Weide ge-hen, dieweil sie davor halten, daß diese Kranck-heit ihnen zur Reinigung diene.

Rc>>z-Aoibe, suche R.'.lilH.uipt'ein.

Rud«!, ist ein Jäger-Wort, welches bey demWild, insonderheit aber bey den Hirschen undwilden Säuen eben so viel heisset.als oas WonHeerde bey dem jahuien Vieh bedeutet. Alsossat ein Iaaer: Ich . a' e eine Rudel Haue»gessye«, an statt daß -in anderer jaaen wurde:

Ruder Ru hr -^60 >

Ich habe viel Sauen beysamnicn^esehen'oder ich habe eine Heerde Sauen beysammengesehen.

Ruder, ist ein langes Buchen-.siolst, dasweder ästig noch rißig, welches an einen: Ende,so in das Wasser reichet, platt, an dein ander»aber,wo man es angreiffet, abgerundet, und ui'ieinen Nagel sich beweaen lässet,um dadurch einFahrzeug oder Schiff in dem Wasser fsrtzu-ichieben. Es ist dieses nichts anders als einVeciis keri-rcxiromu- oder Hebel von der erstenArt, und giebt Furkenbach bey einerder gantzen Lange acht und vierkia und ein halb?aimo-, und zwar rechnet er drey und drevßigi'ulmvs vordas äussere Theil bis an den Nagel,vier und ei» halb y»n dem Nagel bisan dieHand-Griffe, und eils vor dieseleltten selbst.

Ruff, Geloc?, Gesang, heißt bey den Vo-gel-Stellern ein lebendiger Vogel, welcherin einem Vogel-Hauslein (Bauer oder Käfig)einaesperret, die vorbey-fliegende Vögel an-locket. ,

Rübv, ist die dritte und lexte Behackungdes Weinberges, so um Laurentii geschie-het, und nicht allezeit nöthig ist. Suche"Weinberg.

Ruhr, suche Ruhr-rogel.

Ruhr, ist eine Pferde-Kranckheit, so in ei-nem unnatürlichen Bauch-Fluß bestehet, undiu die weisse und ro:!>e Ruhr unterschiede»wird. Die weiffe Ruhr erkennet man daran,daß das Pferd aiie verdauete Speisen dünn undwasserig von sich aiebt, auch bisweilen einengelblichten nnd stmckenden Schleim und Kothausläßt. Sie kommcr zum Tyeil von allzuscharssen Flüssen, welche von den» yaupt in denMagen fallen, oder von einen» kalten Schleim,welcher die Falten des Magens glatt undschlüpfferig machet, auch von verderbten Spei-sen, gefrornem Gras, Hüner-Unsiat, den dieHüner in die Krippen legen, Mäuse-Koth undvergleiche» llnrath der. Item, wenn ein Roßviel Gerste gefressen, und alsbald viel kaltesWasser i» sich saufft, »»d i» kalte Ställe ge-stelletwird. Oder wenn einescharffe aesalxc-ne Feuchtigkeit den Magen in grosser Mengeund Uiberfluß zuläufst und überschüttet. Die-sen Bauch-Fluß soll man anfangs nicht baldstillen, sondern demselben aus«'wenigste dreyTage seinen Gang lassen, denn wo man solchenstracks stillete, so kan das Pferd ein folch ^ci-N-.-N5 bekommen, daß es barüberdes Todes seynmuß. Nachdem also das Roß den Fluß dreyTa >e gehabt hat,so brauche folgendes Clystier:Gersten-Schiei'n anderthalb'Nössel, rothenAucker ein halb Pfund, Reiß-Safft oderSchleim ein halb Nössel, warm Waffer einNösiel, unter einander ge^-ischt und appliciret.Oder, »i ün Brühe von einem gesottenenHanüuels-Kopff ei» Maaß; Waffer, dariunc»glühender Stahl abgelöschet wo' en. andert-halb Maaß, Pappeln, Bingelkraut, Camillen,Mauer-Rauten iel-es eineHand voll,alles wohlunter einander gekocht,feige die Brüde von denKrautern ab, und nimm demlben zwey Maaß,

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