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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
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2079-2080
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207? Ochse

befördern, und wenn ja der Schnitt umschla-gen solte, ist auch dieftr kleine Verlust eher zuvergessen? als wenn man sie mit vielen Unko-sten ein, zwey bis drey Zakr ausgezogen Härte.Nach also verrichtetem Schnitt, welcher imFebruario, srühcr oder spater, nachdem dasOchsen-Kalb qesallen, geschehen muß, behaltman es ohngefehr bis um Jacob,in deni Stall,und wartet seiner unterdessen mit Futter undanderer Wartung wohl, doch giebt man ihnenimmerzu etwas mehr zu fressen; hernach laßtman es unter die Heerde mit auf die Weidelauffen; und füttert solches in folgender Zeit,wie man die Adsel?e-Kalber und das galteÄieh,daraus etwas werden soll, zu sättern pfleget.Endlich aber wird er zum Ziehen nach dem vier-ten Jahre angewöhnet, und seiner darbey wohlwahrgenommen, wie davon weiter das WortZug-Ochse nachzulesen. Wenn man die Zug-Ochsen nicht mehr zur Arbeit gebrauchen ka»oder will, weil sie entweder Schaden genom-men, oder das Alter bey ihnen heran rücket, sostellet man sie auf die Mast, da sie denn denNahmen verändern, und Mast-Ochsen ge-ueiinet werden. Sie müssen nicht zu alt sevn,aufs höchste funsszehn Jahr. Die zwölffiah-rigen sind am besten zu Leibe zu bringen. Manstellet sie entweder im Frühling, zu Ende desMonats Man, oder im Herbst gegen den Win-ter zu aus die Mast. Jenen Falls treibet mansie auf die Weide, ehe die Sonne mit ihrenStrahlen Herfür bricht, weil alstcnn das Grasnoch voller Thau ist,und sie also beydes mit ein-ander gemessen können; wenn aber die Sonneheiß zu scheinen beginnet, so thut man sie ent-weder ein, oder bringet sie an einen schattig-tenOrt, wo man sie so lange gr. se» und wei-den lasset, auch unterdessen erliche mahl trän-ket, bis es wieder kühl wird, da man sie dennwieder auf die aite oder eine andere ante Wei-de treibet, und so lange gehen laßt, ins esZeit ist, sie wieder heim zu treiben und in denStall zu bringen; damit sie aber einen gutenAppetit und Lust zum Fressen bekommen, ge-ben ihnen einige alle Wochen eine gewisseQvantität Salk, und täglich drey oder vier-mahl zu trincken. Solcher Gestalt gehet manmit den angestellten Mast-Ochsen den gantzenSommer über um, bis zu Ende des Septem-bers, um welche Zeit sie denn auch so schonleibig, fett und feist werden, daß man sie garwohl abschlachten, oder andern gegen baaresGeld darzn kan abfolgen lassen. Etliche,^ diekeine Gelegenheit zur Weide haben, mästenmit trockenen, Futter, nemiich mit dem aller-besten Heu, als wovon das Vieh desto schwe-rerwird, und besser ins Gewicht fällt; anderesüttern sie mit Kleyen und geschrotenen Früch-ten, und werffen in ihr Gettäncke etwas weni-ges von Mehl oder Saw. Die Eichel-Mast istauch gut,man muß aber die Eicheln zuvor schro-ten,und denen Ochsen dabey , ur schlechtes undgemeines Wasser, aber nicht eher als nach ver-muthlicher Verdauung der Eicheln zu lauffengeben. Die Herbst-Mast ist etwas kostbarer,weil man die Weide nicht n^yrzum Vortheil

Ochse n- Auz Ochsen-Augen 1280

hat, also muß man sich bey Zeiten mit gutentrockene,! Futter, Schrot, Kram, Kohl, Rü-ben, Mohren u. d. g. versehen, denen Och-sen offt, aber allezeit wenig vorgeben, und siemit lauligem Wasser, worein Mehl undKleyen ge menget, fleißig träncken. Wicken>mt samt dem Stroh, ausgebrochene Wein-Reben, LauS von verschiedenen Bäumengrün oder gedörret, auch gesottene Gersten,dann und wann ihnen darneben sürgestreuer,befordert die Mast nicht wenig, ingleickenwenn die Ochsen in einem warmen Stalle vorder Kälte bewahret, und mit warmen Was-ser fleißig abgewaschen werden. Das Fleischvon jungen Ochsen, die noch nicht zur Arbeitgebrauchet worden, wird vor ungleich bessergehalten, als das, so man von alten abgetrie-benen Ochsen bekommt, weiches sehr hart undunverdaulich ist; die Hörner werden von de-nen Kammachern zu Kämmen, und von denenWild - Ruff- und Horn - Drehern zu allerleyWild-Ruffen, Pfeiffen, Schreib-Zeuaen, PiU-ver-Flaschen nno Pulver-Hornern, Tabacks-Dosen, Vüchslein, auch zu Messer-Hefften,Löffeln, Latern-Scheiben und andern Dingenmeyr gebraucht. Die Knochen verarbeitennicht nur die Drechsler, Messerschmiede undk>arer ^»itcr-Macher, sondern es wird auch eineSorte schwarzer Farbe,die man Leinschwaryzu nennen pfleget, und von den Mahlern ge-brauchet wird, daraus gebrannt; diese mußzart, glänzend und wohl gerieben seyn, undsich alsbald zerdrücken laisea. Aus ihren Knor-peln und Nerven, die man gank und gar imWasser kocht, wird der Leim gemacht, welcherin Formen geschüttet, zu Blättern geschnittenundaetrocknetwird. DieOchsen-Häure wer-den bekannter massen von den Roth-oderLoh-Gerbern, auch von denen Sattlern gar ge-macht,und zu allerhand ben einer Haushaltungbenvryiglen Sachen verarbeitet. Aus ihremTalg ode? Unschlitt werden von den Haus-Müttern nnd Seiffensiedern Lichter qezogenover geaossen, und Seiffe gesotten. In demHerken der alten Ochsen findet man bisweileneinen Knorpel, welcher betrüglicher Weise vordas Hirsch-Kreust ausgegeben wird. DasMarcl wird nächst dem Hirsch-Marck, die Ner-ven zu starcken und schmeidig zu machen, vordas beste «ehalten.

Ochsen-AuA/Rinds-AuA/Rliids-Vlmne,ist eiii wildes K"raut,so au vielenOrten Deutsch-landes ausden Feldern gefunden wird,wiewohlman es auch in Gärten zuhalten pfleget. Eshat dünne eines Fusses lange Stengel, kleinezerkerbte Blätter wie der Fenchel, und grossebleich-gelbeBlumen,aufweichen ein Kiwpfmitvielen dicht bey einander stehenden braunenSaam-Körnlein folget. Das aus diesen« Krautdestillirte Wasser ist insonderheit wider diesel-be Sucht dienlich, welche auch dieBlumen inWein gesotten, und nach einem Bade etlicheTage davon gerruncken, vertreiben sollen.

Ochsen-Augen. werden »on einigen wegenihrer Aehl,chkeit d,e in Butter geschlageneund zebäckene Eyer genennet.

Ochsen-