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2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
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2003-2004
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2ooz Nage lein

ffii!».,'s breit über diesm Schnitt, auchhalbe,« Theils durch das Schöi-leitt hindurch/und fährt mit diesem Messer gegen demSchnitt hinab, also daß es einen Spalt giebt/»nd ein Stncklein halben Fingers breic vondem alten Hol» gelösct werde, dergestalt istdas Schößlein halb abgeschnitten/ und zurHelssce hängt es noch ai! seiner Mutter/ unddienet der abgeschnittene Theil zum Einwur-xeln, der noch anhängende aber erhält undbefördert das Wachsthum. Zwischen denSpült steckt man ei» kleines Stücklei» vonein.',» Reiß/ oder dürren Blatt des Nelcken-Stvckes, daß es diesen Spalt von cmqndeihalte, sonst wachst es wiederum zusammen,und wurkelt nicht/ hernach wird dieser ge-spaltene Zweia mit einem Spalt-Toxss vollaucer Erde umlegt/ und damit er vor deinLSinde gesichert seyn möge/ an einen Pfahlangebunden, endlich aber an einen schattich-ten Ort, doch in sreye Lufft gestellt, so Wirt-es eher wurtzelu, als in der Sonne, Nachzweyen Monaten schneidet man im Vollmon-de das abgelegte Zweiglein von dem Mnrter-Scocke ab/ und setzt es wieder anderwärt»'ein. Bey der Vermehrung durch das Ocu-liren/ wordurch man Nägelem von allerhandFarben erzeuae» kan, wird vornemlich eineleichte und fertiqe Hand erfordert/ vanutdas Aeuglein mit aller Behutsamkeit, unddak das Hertzlein daran bleibe/ subtil aus-geschnitten / und behängen Orts wieder ein-gesettt und verbunden werde. An dem Stock/darauf man oculiren will/ muß man diemeisten Schosse abschneide»/ und nur einenHaupt - Stengel sieben lassen. Die Näge-lein lieben Sand-Erde, welcher iedoch zuihrem bessern Wachsthum mir Zusatz muß ge-he iffen werden. Die mit Rinds - Blutedem Erdreich zu helffen gedenckeii/ leistenzwar den jwigen Trieben des Nägelein- Sto-ckes eine herrliche Hulffe; diese aber habenkeinen Bestand/ denn wenn man/ nm dieBlumen zu vergrössern/ sie nachmals öfftersversetzet/ gehet der alte Stock/ der solchesErdreich in die Länae nicht vertragen kaN/endlich gar ein; am beste» ist/ man nehmegute schwartze/ iedoch nicht allzn fette Erde/vermische sie mit halb so viel verfaultem Pfer-de-Mist, und lege von verweseren Kuh-Mist gleich so viel bey, als des Pferde-Mistsgewesen, werffe es öffters durch einander/und begiesse es täglich bey scheinender Son-ne mit Wasser/ darinnen Tauben-Mist ein-geweichet worden, bis sich alles unter einan-der recht angenommen / und die allzu herbeSchärffe des Mistes sich verzehret. Oderman nehme zu drey Körben reine Wiesen-Erde/ drey Körbe voll verfaulten Pferde-Mist, und zwey Körbe voll verweseten Küh-Mist vermische es wohl unter einander/ undMrffe es offt durch die Horde. Diese ErdeMiß ma» allezeit ein Jahr zuuor bereiten,ehe sie soll gebraucht werden- Zum Nelcken-Saamen aber darffman nur Weiden.-Erde,xhcr mit Mfmsite»! Hol« yermischte Erde

Näaelein

aebrauchen, "'eil die beyde obbeschriebene^Ar?ttn vor denSaamen für allzu frech geachtetwerden. Gegen Winter muß man die Nä-gelein, ehe man sie in die Gebäude bringt,erstlich fein abtrocknen lassen: Das Gemachsdarinnen man sie im Winter verwahret, ssl!lnfftig und nicht zu warm seyn, auch sollman sie bloß mir zur Nothdurfft mit ein we-nig laulicht-warmen Wasser/ ohne Berüh-rung des Stockes und Laubes begiesse»; wen»Schnee fället/ kan man am Rande ein we-nig herum legen / damit nur die Feuchtig-keit zu der Wurüel ziehe. In dumpfigenKellern thun sie selten gut/ weil sie gerneschimmlich darinnen werden / und wenn mannicht fleißig darnach siehet/ und ihnen^denSchimmel bey Zeiten benimmt, so müssensie daran verderben. Ei» Nelcken-Stock willallemal lieber zu kalt als zu warm stehe»/undist ihnen auch viel besser, wenn sie schon inden Gemächern etwas frieren solken, als wemisie sn einein warmen Orte stünden und aus-wnchsen, weil ihnen dadurch bey der Wur-zel alle Kraffre benommen würden; daher»ist es auch nicht übel gethan, wenn man sieim Vorwinter unter ein Obdach stellet / wo-hin die Lusst wohl kommen ka»/ und wennsie schon daselbst ein wenig stiere»/ so scha-det es ihnen doch nicht, denn dadurch werdensie hart und dauerhaffxiq, »nd kan man siedaselbst stehen lassen, bis es anfanget sehrhart zu gefrieren; alsden-l erst kan man sie indie Gevaude bringe». Im Wmter, wenn ge-linde Wett:r ist, muß man zuweilen die Fen-ster im Gemach öffne» / damit sie frische Lu5lmit andern Gewächsen bekommen. Im Früh-ling soll niii» sie nicht gleich wieder «n dieLuist stellen / sond'r» allgemach, damit siederselbiaen desto besser aewohiien. Im Som-mer wollen sie nicht überflüssig, auch nichtmit kaltem Brunnen-Wasser, sonder» auseinem Tei H oder Graben begossen werden.In das G.isasse, worinnen das Wasser zumBegiessen nesammlet wird, soll man allemalHüner-Tau bei'- oder Schaas-Mist legen, wor-durch das 'Wachsthum derer Stöcke treflichbefördert wird. Wenn es im Sommer zuviel Rege» giebt, soll ma» sie in einem tro-ckenen Ort unter Dach stelle», bis es wie-der Sonn mschei» giebet. Die schönstenStöcke soll >iian sich nicht übertrage» lasse»,sondern die nachwachsenden Knöpffe behendabschneiden: Denn durch die allzusielen!Knöpffe, so an denen Seiten gelassen^ wer-den, wiid dem Hauvt-Knopff der benöthig-te Safft entzogen, daß also seine Blume sogroß nicht werden kan; doch muß man ihrerauch nicht zu ->iele abnehmen, weil der Hanpt?Knopff sonst wegen allzu vielen Gafftes pla-tzen muß. Doch giebt es aewisse Nelcke»/da man wohl thut/ wenn man ihnen nurzween Knsxffe läst/ es sind ihrer aber sehrwenig, und muß eine solche Nelcke eben denqnderu nicht zum Eremrel dienen. Am bestenist es, man ueb»ie dieKnöpffe, welchezwischendem ersten und andern Knoten des Stengels