Druckschrift 
2 (1764) Des oekonomischen Lexici zweyter Theil
Entstehung
Seite
1753-1754
Einzelbild herunterladen
 

»75?

Maltz - Darre

MI s.-,!

W«aA»»w

lil M'il-LT!

t «Mi-

IMt«!-ÄÄ»

,^MS.MolScs»t

B> ?Ä

Ak»!'

N!5'>

K

i?'^'

SK

»§

Kkaltz umwenden. Lufft schöpffen könne«. Wo

aber dieNeben-Seiren so beschatten, da« mandas Herabzefallene von aussenher umrührenkan, sind hier solche Locher unnothig. D>eDarre ist unten bey der ltnterfeurung ach.Sck:nh breir und zehen Schuh lang; oben aberfunsszehen Scluih lang und !>renzehen Scyuhbreit. Der Dörr-Stuben oberster The>lvonden Hürden oderBretern bis an die Decke ist-um meisten sechs Schuh oder drey Ellen hoch,und kan auch wohl um einen Schuh erniedrigetwerden. Die Wände der Darre sind al>o an-gelegt, daß sie sich, wie ein Trichter in derKrümme allerseits rücklings hinauswartsschräg hinauf ziehen / und von besagter lin-kem Weite der zehen Schuh, bis zur Weiteder funffzehen Schuh ausbreiten, und bey denKurden durchlöcherten Blech, oder Brcternsich endiaen. Wenn es unten auf ebener Erden am Platz gebricht, wird derHerd oben imandern Stockwerck geseket» und das ganfteDarr -Gebäude hoher geführet. Daferne dieRohre ihre MeHöhe, des niedrigen Gebaueshalber, nicht haben kan, muß der untereHerd und Ofen um einige Schuh langeroder aber, wenn dieses der Platz nicht leider,hinten am andern Ende, oder etwas gegen derMitte übers Creuk Ieführet werden, dadurchdenn das Feuer auf jene Art durch den ver-längerten Lauff; auf diese aber durch den Ne-bcn-Gang >über die qsere eben das ausrichter,ms er sonst durch höheres Steigen hatte thunmüssen. DieDavrijche oder Sarrel-Dauveaber wird mit einander nur bey fünss bis sechsSchuh hoch, und hat entweder einen doppel-tenHerd und zweylanqeOcfeleindaraufzumlaufenden Feuer, oder sie hat nur einen. WozweyHerde, einer an dieser,der andere an jenerSeiten gemachet werden, so kommet zwischenbeyden ein Schlupss- Thürlein in die Mitte,und diese Darren werden wohl zwantzig Schuhlang, aber kaum h.alb so breit; wo aber nurein Herd gemacht wird, da kommet einSchlusss-Thürlein diß- und ein anders jen-seits. Der Gartel wird entweder mit gegeneinander aufgefegten und mit Leimen beschla-genen Hehl-Ziegeln, darüber oben am Forstwieder andere überlängs kommen» dadurch sichdenn von unten her die Löcher selbst geben, oderaber mit besonders darzu bereiteten durchlö-cherten Dörre-Iiegcln gemachet. Das übrigeMder oben beschriebenen Art der langen Oefe-lein allerdings gleich, doch daß hier gegen bey-den Schur-Löchern über, hinten aus an jedemvtirn-MSuerlein entweder drcvZua-Löchlein,»«ei! j^des zwey Zoll ins gevierte» und zwar in

Maltz-Säcke M M-Tenne 1754

gedachter massen mit eisernen durchlöchertemBieche verjehen. In dieser Darre dörret sichdas Mal» innerhalb vierzehen Stunden, mußaber >or». und ;ort umgerühret werden. Derhoyen Niederlandiftlien MaSü-Darren bedie-nen sich meMns die, so weisses» jedoch auch die»Die niedere Bc

zum

eaumi Triangel, oder nur eines, u. solche» uni«viel desto grösser gelassen wird. Die durch-löcherte Dreier haben zu beyden Seiten ihreAnlage an der Wand, werden aber nach derSvrm des unter ihnen sich befindendeiiSat'tels,lttvch nicht so gar schräg, oder jähe gegen ein-»"der auf den Dörr-Bauni, «elcher entwederEisen oder Eichen-Hvlk, gele!et, also daßne wie ein doppeltes Bücher-Pult aussehe»,statt der Brefei kan man die Darre auch ob-

so braunes Bier brauen. Die niedere Bayri-sche Sattel-Darre aber tauget alleine zumbraunen Bierbrauern: Denn jene dorret etwasgelinder und bräunet das MM nicht so sehran, daourch wird auch das Bier viel geschlach-ter; diese aber giebt dem Maik eine braune,und daher auch dem Bier eine dergleichen star^ke Farbe. Dieses sind die gemeinstesi und ge-bräuchlichsten Arten von MM-Darren, mi«-deren Veränderung und Verbesserung unter-schiedliche Personen noch täglich beschasstigetfind, wie man denn einjge dererselben von bey-den Arten nach ziemlicher Veränderuna vongar gutem Nutzen gesunden, dessen bey andererGelegenheit Erwehnung geschehen soll.

Maly-Säcke/darinnen das MM von demBrau-Hause in die Mühte zum Schroten, undwenn es fertig, von dar wieder zurücke in dasBrau-Haus geschaffet wird, seilen vonstarckertüchtiger Sack-Leincwand gemacht, fein reinegehalten, zu nichts anders als zum MMe ge-braucht, mid wenn man ihrer nicht benöchigetist, an ihrem dehörigcnOrr in einer lufftigenKammer oder auf einem Boden ausgebreitetaufgehangen.werden.

Maly-Schauffel, womit das zumMalk be-Zimmte Getraide auf der MM-Tenne umge-wendet und gearbeitet wird, ist entweder eineordentliche Korn-Schausse!, womit man dasGetraide auf denen Böden zu wenden pfleget»und welche aus einem einigen Stücke bestehet»oder sie ist aus zweyen Stücken,nehmlick einemetwan einer Elle langen, und drey Vierte! Ellebreiten und vornen zugeschärfften Bret, (fastwie an denen Back-Schlüsseln» womit mandas Brot einzuschiesscn pfleget) und einem höl-zernen schräg darein gestecklen ziemlich langenStiel.zusammen gesetzer. Die Schausselwird gemeiniglich von roth- buchenem Holtzehinten etwas schmäler und mit ausgeschweif-ten Ecken, der Stiel aber von leichtem Hol-" gemacht.

Maly-Tettne/ist in einem Brau-Hause das-jenige Gemach, wo das eingeweichte Getraidezum wachsen aufgeschüttet, und von dem Mal-zer oderBxauer behörig gewartet wird. DieMM-Tenne muß nicht nur fest und sauber»sondern auch weit genug seyn, daß man daraufso viel Getraide möge malken können» als manzu zwey oder mehrGebräuden nöthig hat. Die-se Tenne wird entweder an einem kühlen Orran derErde,oder halb ober aucy ganz umcr der-selben» als ein Keller, oder auch in derHöhe imandern Stockwerck bereitet, nachdem es derPlatz giebt und zuläßt. Unter diesen Arten istdie, so gantz unter derErden, und nächst dersel-ben, die so halb iu der Erden»die beste. Dieaber so auf der Erden» u, eben in einem Stock-werck stehen, sind wegen der Unbeständigkeit,die ihnen von dem Wechsel der Wärme und

Kälte