Wo der alternde Ztein ausruhte.
pflegt, bildeten sich über ihn beim Volk allerlei Sagen, von denen nochjetzt, wie ich weiß, manche in der Gegend von Nassan von Mütternund Bätern den staunenden Kindern erzählt werden. —
Selig, wer sich vor der Welt Was, von Menschen nicht gewußtOhne Haß verschließt, Oder nicht bedacht,
Einen Freund am Busen hält, Durch das Labyrinth der BrustUnd mit dem genießt, Wandelt bei der Nacht.
Diese Seligkeit hatte Stein. Einer seiner Freunde war der alteVater Arndt, in den Jahren der Erhebung seine dichterische Feuerzunge.Wie der mit^Jnbrnnst von dem ehrwürdigen Greise erzählt, soll derLeser mit dessen eigenen Worten hören: „Ich habe auf den beidenSchlössern Nassau und Kappenberg Monate lang mit Stein gelebt. Erwar der treue, freundliche Freund und Nachbar der freien Bauern, diezum Teil nur eine Viertelstunde von seinem Schlosse wohnten, und zwarfür seine Wirtschaft gar nicht bequem, mitten in oder an feinen Wäldernund Feldern. Wie oft bin ich mit ihm auf unsern Spaziergängen indie Häuser dieser guten Bauern gegangen, wo wir uns nach Landessittehaben bewirten lassen. Dieses geschah öfters beim Schulzen Wegmar,nicht weit von Kappenberg; der hat Butter, Brot, Käse und Schinkenauftragen lassen, jedem ein Glas eingeschenkt und uns das Willkommzugetrunken. So war er und fühlte sich glücklich, solche freie, reicheBauern um sich zu haben, wie er denn von Natur und aus Christen-gefühl der Freund und Beschützer aller Kleineren und der stille, ver-schwiegene Wohltäter der Armen war. — Es war eine wahre Lust, zusehen und zu hören, wie der alte Ritter hochadlige Jünglinge, die ihnbesuchten, auch seine künftigen Schwiegersöhne, die Grafen Kielmannsegge