Druckschrift 
Die Geschichte der Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32

7. Wogelftei'.

dlergleich schwebte Steins!Hoffnung schon über diedunkeln Nebel der Gegen-wart. Da tras ihn aufs!neue ein niederschmetternderSchlag. Von Berlin her kamder Hauptmann von Thiele,Blüchers Adjutant, nach Kö- ^nigsberg gesprengt und über-brachte, noch schweißtrie-fend, ein verhängnisvollesZeitungsblatt. Stein lasdarin seinen Brief an denFürsten Wittgenstein inCassel, worin er denselbenaufgefordert hatte, bei derin Deutschland täglich zunehmenden Erbitterung auch in West-falen und Hessen die Verbindung mit energischen und gutgesinnten Männern zu unterhalten und weiter auszubreiten,damit man für gewisse Fälle vorbereitet sei. Der Brief wardurch französische Spione aufgefangen, zuerst in einem Pariserund dann in einem Berliner Blatt abgedruckt. Schweigendging Stein eine halbe Stunde im Zimmer auf und ab. Dannwandte er sich zu Thiele und sagte: „In Berlin sieht manmich wohl schon gehängt?" fuhr sofort zum König, erzählte,was vorgefallen, und bat um seine Entlassung, weil sein Ver-bleiben im Amte dem Könige jetzt gefährlich würde. FriedrichWilhelm wollte seine Stütze nicht lassen. Vorsorgliche Freunderieten Stein, seine bedrohten Güter durch geeignete Maßregelnzu sichern. „Was liegt denn an solchem Quarke", rief er, „woes auf das Vaterland ankommt!" Alle Guten flehten, daßStein dem Staate erhalten bliebe. Im Liede rief man ihm zu:

Fest, Edler, steh! ein Fels, an dem in grausen WetternDes Sturmes Grimm vertobt, der Wogen Drang sich bricht,Empörtes Element umschlang ihn rings, zerschmettern —Verrücken mag es ihn, den Ur-Granit-Stein nicht.

Bleib unser Hort! Geführt von Dir, mit Dir verbündet,

Hofft noch der Biedermann, hegt unverzagten Mut!Und unerschüttert steht, unwandelbar gegründet,

Der Bau, der fest auf Dir, dem starken Grundstein ruhtl