Wirklichkeit: die Geschichte vom Reichsfreiherrn Karl vomund zum Stein. — Der Mann war gepanzert vom Scheitelbis zur Sohle, besser als in Erz und Eisen, und hat sich inseinem ganzen Leben vor keinem Menschen gefürchtet, noch vorsonst etwas in der weiten Welt. Das macht: Er fürchteteGott! Er trug, singt über ihn ein Dichter von altem Schrotund Korn:
„Trug in der stärksten Brust den frommsten Sinn,
Und war ein Mann, im Glauben stark und Beten,Vor Könige stolz und still vor Gott zu treten."
» Und mit dieser Art hat vornehmlich er unser liebes,deutsches Vaterland aus der tiefsten Schmach gerettet und sicheinen Preis errungen, der leuchtender strahlt, als eine Fürsten-krone, den unvergänglichen Ehrennamen:
Des Rechtes Grundstein, des Unrechtes Eckstein, desdeutschen Volkes Edelstein!
1. Aus der Jugendzeit)
oder
Wie der Knabe gespielt und der Jüngling gestrebt hat.
m Hochwalde, dicht über dengrünen Ufern der Lahn undden rötlichen Dächern derStadt Nassau, ragen die letztenTrümmer einer mittelalter-lichen Burg empor. Dorrhausten vor Zeiten die Rittervom und zum Stein, einstarkes, kühnes Geschlecht, daskeinen andern Herrn über sicherkannte, als Gott und denKaiser, Zur Zeit der Kreuz-züge hatten sie wacker gegenden Halbmond gefochten, undals das reine Gotteswort durchs deutsche Land flog, ergriffensie's so fest, daß sie um seinetwillen von Gütern und Schlössernsich jagen ließen. Als die Zeit der Ritter vorüber war,bauten sie in der Stadt, inmitten eines großen und prächtigen