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Die Geschichte der Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein
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Stein, stets rasch handelnd, wie der Donner dem Blitzfolgt, sandte schon eine halbe Stunde später folgende Antwort anden König: „Ew, K. M. allerhöchste Kabinettsordre ä. <Z, 3. Jan.a e. habe ich in dem Augenblicke erhalten, wo ich mich zu einerin sehr vieler Hinsicht beschwerlichen und bedenklichen Reise nachMemel vorbereitet hatte, und im Begriffe war, diese Nacht ab-zugehen. Da Höchstdieselben mich für einen „widerspenstigen,trotzigen, hartnäckigen und ungehorsamen Staatsdiener ansehen,der auf sein Genie und auf sein Talent pochend, weit entfernt,das Beste des Staats vor Augen zu haben, nur durch Kapricengeleitet, aus Leidenschaft und persönlichem Haß handelt," und ichgleichfalls überzeugt bin, daß dergleichen Staatsbeamte am „aller-nachteiligsten und gefährlichsten für die Zusammenhaltung desGanzen wirken, so muß ich Ew. K. M. um meine Dienstentlassungbitten, der ich hier entgegensehe, da ich unter diesen Umständenden Vorsatz, nach Memel zu gehen, aufzugeben genötigt bin."

Der König erwiderte am folgenden Tage: „Da der HerrBaron von Stein unterm gestrigen Dato sein eigenes Urteilfällt, so weiß ich nichts hinzuzusetzen!"

Ein klaffender Riß zwischen Friedrich Wilhelm und Stein,den Säulen der deutschen Hoffnung!! Ganz Preußen, sovielvon dem zerfetzten Lande noch übrig war, verhüllte das Haupt,und noch .heute bebt das Herz, wenn es liest, wie zwei Männer,beide gediegen und lauter wie Gold, beide nach gewissenhafterUeberzeugung handelnd, beide für das Wohl des Vaterlandeslebend und sterbend, durch ein Mißverständnis bis zur Ver-bitterung sich abstießen, und das in dem Augenblicke, wo derarmselige Rest des Staates dem Abgrund zurollte. Was ist derMensch, auch der stärkste, der beste! Es bleibt dabei: „GroßeLeute fehlen auch; sie wägen weniger denn nichts!"

6. Sich setöst öestege» ist der schönste Sieg.

Ende März traf Stein mit seiner Familie wieder in Nassauein. Ach! das liebe, schöue Heimatstal, es starrte ihn an, wieeine Einöde Dem Trümmerhaufen seiner Ahnenburg auf demBerge gerade vor ihm glich seine Hoffnung für Preußen undDeutschland! Sein altes Leiden, das Podagra, stieg zu solcherHöhe, daß er, von Qnalen gefoltert, sich auf seinem Lager wälzte.