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Die Geschichte der Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein
Entstehung
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kapelle eintrat, auf das aus lichtweißem Marmor gemeißelte Antlitz mitden hohen verklärten Zügen hinschaute und darunter in ehernen Buch-staben diese Inschrift las-

Keinrich Kriedrich Karl Aerchssreihcrr vom und zum Stein,geboren den 27. Oktober 1757,gestorben den 29. Zum 1831,ruhet hier;

der Achte seines, über sieben Jahrhunderte an der Kahnblühenden Mttergeschlechtes;

demütig «or Wott, hochherzig gegen Menschen,der Äuge und des Unrechts Feind,hochbegabt in Pflicht und Treue,unerschütterlich in Acht und Sann,des gebeugten Vaterlandes ungebeugter Kohn,in Kampf und Sieg Deutschlands Mitbesreiy?-Ich habe Kust abzuscheiden und bei Christo ;u sein.

14. Der Tote und die Lebenden.

Noch einmal muß ich das Wort des sterbenden Heldengreisesniederschreiben: „Ich glaube fest, daß zwischen den Toten nndLebenden eine ewige Gemeinschaft besteht!" Und ich meiner-seits glaube fest, daß Stein mit seinem deutschen Volke fortlebt, daß ergejauchzt und gejubelt hat, als über dem zertrümmerten Throne desdritten Napoleon Gott im stolzen Saale zu Versailles die deutsche Kaiser-krone auf das Haupt der greisen preußischen Majestät gesetzt hat. Dochkann er auch jubeln, wenn er auf manche Folgen der glorreichen Siege,wenn er auf unser armes, von Unglauben, Aberglauben und französischerSittenlosigkeit angefressenes deutsches Bojk hernieder schaut?! Undhaben wir, die Lebenden, auch eine ewige Gemeinschaft mit ihm, demToten? Zwei Denkmale haben die Lebenden dem Toten errichtet, einesglänzender als das andere, das eine in Marmor unter den Ruinen seinerAhnenburg zu Nassau, das andere in Erz in der Hauptstadt Prenßensnnd des deutschen Reiches. Siehe! da steht der Held ans hohem, mitden Bildern seiner Taten geschmückten Sockel, die linke Hand auf eineSäule gestützt, die rechte wie segnend und schützend über die Früchteseiner Tränensaat ausstreckend, rings um ihn die Sinnbilder seinesWesens, die Grundwurzeln seiner Kraft, vorn die Frömmigkeit, dasKreuz als Zeichen des Glaubens fest in der Rechten, ihr zur Seite,aber auf dem Bilde nicht sichtbar, die Wahrheit, streng in den vor-gehaltenen Spiegel schauend, denn Selbsterkenntnis ist die Quelle allerWahrheit; gegenüber die Vaterlandsliebe und die Tatkraft, ge-waltige Figuren. Ueber ihnen erhebt sich Steins klares Haupt undfragt mit ehernem Munde das große deutsche Volk:

„Habt ihr Lebenden mit mir, dem Toten, eine ewige Gemeinschaft?Umpauzern euch, wie mich, Glaube, Wahrheit, Vaterlandsliebe,Tatkraft?"