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Die Geschichte der Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein
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Wickelt, und jedes edle Lebensprinzip angereizt und genährt,alle einseitige Bildung vermieden, und werden die oft bishermit seichter Gleichgültigkeit vernachlässigten Triebe, auf denendie Kraft und die Würde des Menschen beruht, Liebe zu Gott,König und Vaterland, sorgfältig gepflegt, so können wir hoffen,ein physisch und moralisch kräftiges Geschlecht aufwachsen undeine bessere Zukunft sich eröffnen zu sehen!"

Es kam Neujahr 1809. Stein hörte an diesem Tageeine Predigt von Schleiermacher über das, was der Mensch znfürchten habe, und was nicht zu fürchten sei. Sie stählte ihnfür die Tage des größten Jammers, welche sehr bald über ihnkommen sollten. Denn schon am 5. Januar erschien folgenderBefehl des Kaisers Napoleon, der in allen Zeitungen abgedruckt,an allen Straßenecken angeschlagen wurde: „1. Der, NamensStein, welcher Unruhen in Deutschland zu erregen sucht, istzum Feinde Frankreichs und des Rheinbundes erklärt, 2. DieGüter, welche der besagte Stein sei es in Frankreich oder inden Ländern des Rheinbundes besitzen mag, werden mit Beschlagbelegt. Der besagte Stein wird überall, wo er durchunsere oder unserer Verbündeten Truppen erreichtwerden kann, persönlich in Haft genommen.

In unserem kaiserlichen Lager zu Madrid, den 16. Dez. 1808.

Napoleon."

Stein war also vogelfrei. Er hätte sich retten könneindenn er selbst bekam folgenden Brief direkt von Napoleon:„Es kann einem großen Manne nicht zur Unehre gereichen,einem großen Manne zu sagen, daß er sich in ihm geirrt habe.In diesem Falle befinde ich mich gegen Sie. Die KonfiskationIhrer Güter in Nassau will ich aufheben und solche mit denrückständigen wie noch laufenden Einkünften an Sie zurück-geben, wenn Sie sich daselbst ruhig verhalten und an politischenDingen keinen, weder unmittelbaren noch mittelbaren Teilnehmen wollen." Stein antwortete mit stillschweigender Ver-achtung. Noch an demselben Abend reiste er der österreichischenGrenze zu. Als er nachts im Schlitten über den knisterndenSchnee hinflog, den dunkeln, sternenbesäeten Himmel über sich,gedachte er der Neujahrspredigt. Ruhe durchströmte seinenBusen. „Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wemsollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft:vor wem sollte mir grauen!" An der österreichischen Grenze