33
Wer dich besitzt, ist reich, ist sicher in Gefahren —
Ein Schatz voll Geist und Kraft, vereint in Dir, ist sein.
Der König möge Dich, dem Volk zum Heil, bewahren,
Dich, seines Diadems kostbarsten Edelstein!
Aus diesen Versen des Königsberger Professors Süvernist der strahlende Ehrenname hervorgegangen, welcher Stein füralle Zeit schmücken wird: Des Rechtes Grundstein, desUnrechtes Eckstein, des deutschen Volkes Edelstein. —Stein, welcher Napoleon kannte, bat den König dreimal umseine Entlassung. Sie wurde ihm endlich am 24. November 1808mit den huldvollsten Ausdrücken verliehen. An demselben Tagesetzte Stein als Abschiedswort sein berühmt gewordenes politischesund patriotisches Testament auf, welches an alle obersten Be-amten der Verwaltung gesandt wurde. Nachdem er darin nocheinmal seine Grundgedanken über die Umbildung des Staatesin kurzen, klaren Sätzen ausgesprochen und erweitert hat, räter zu einer allgemeinen Nationalrepräsentation, indem er sagt:„Heilig war mir und bleibe uns das Recht und die Gewaltunseres Königs. Aber damit dies Recht und diese unum-schränkte Gewalt das Gute wirken kann, was in ihr liegt, schienes "mir notwendig, der höchsten Gewalt ein Mittel zu geben,wodurch sie die Wünsche des Volkes kennen lerne, und ihrenBestimmungen Leben geben kann." Der Schluß des Testamenteslautet: „Damit aber alle diese Einrichtungen ihren Zweck, dieinnere Entwickelung des deutschen Volkes, vollständig erreichen,und Treue, Glauben und Liebe zum König und Vaterlande inder Tat gedeihen: so muß der religiöse Sinn des Volkesneu belebt werden. Vorschriften und Anordnungen alleinkönnen dieses nicht bewirken. Doch liegt es der Regierung öb,mit Ernst diese wichtige Angelegenheit zu beherzigen, dnrchEntfernung unwürdiger Geistlicher, Abwehrung leichtsinnigeroder unwissender Kandidaten und Verbesserung der theologischenVorbereitungsanstalten die Würde des geistlichen Standes wieder-herzustellen, auch durch eine angemessene Einrichtung der Pfarr-abgaben und° durch Vorsorge für anständige Feierlichkeit desäußern Gottesdienstes die Anhänglichkeit an die kirchlichen An-stalten zu befördern. Am meisten aber hierbei, wie im ganzen,ist von der Erziehung und dem Unterrichte der Jugendzu erwarten. Wird durch eine auf die innere Natur des Menschengegründete Methode jede Geisteskraft von innen heraus ent-