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des Königs wiederholte Weisung nicht geben konnte und wollte.Das war um dieselbe Zeit, als die Franzosen sich Königsbergnäherten. Die königliche Familie floh im kalten Winter nachMemel. Stein selbst, an Podagra leidend, saß trauernd amBett seiner totkranken Tochter, war aber entschlossen, auch dasLiebste verlassend, in derselben Nacht ebenfalls nach Memel zureisen „Was er tun würde, wenn der König nach Rußlandflüchte?" hatte man ihn kurz vorher gefragt. „Ich bin bereit",war die Antwort, „dem Könige überallhin zu folgen, wohinauch das Schicksal ihn führen mag!" Da trat am 3.Januar 1807,abends 7 Uhr, ein Feldjäger in sein Zimmer und brachte eineigenhändiges Schreiben des Königs. Stein brach ans und las:„Ich hatte ehemals Vorurteile gegen Sie! Zwar hielt ich Sieimmer für einen denkenden, talentvollen und großer Konzeptionenfähigen Mann. Ich hielt Sie aber auch zugleich für exzentrischnnd genialisch, das heißt mit einem Wort für einen Mann,der, da er nur immer seine Meinung für die wahre hält, sichnicht zu einem Geschäftsmann an einem Flecke Paßte, wo esimmerfort Berührungspunkte gibt, die ihn bald verdrossen machenwürden." Er, der König, hieß es dann weiter, habe durchseine letzte Anordnung ihm, Stein, seinen Willen getan, trotz-dem gehorche er nicht und verweigere Berichterstattung. „Ausallem diesem habe ich mit großem Leidwesen gesehen, daß ichmich auch leider nicht anfänglich in Ihnen geirrt habe, sonderndaß Sie vielmehr als ein widerspenstiger, trotziger, hartnäckigerund ungehorsamer Staatsdiener anzusehen sind, der, auf seinGenie und seine Talente pochend, weit entfernt, das Beste desStaates im Auge zu haben, nur durch Kapricen geleitet, ansLeidenschaft und persönlichem Haß und Erbitterung handelt.Dergleichen Staatsbeamte sind aber gerade diejenigen, derenVerfahrungsart am allernachteiligsten und gefährlichsten für dieZusammenhaltung des Ganzen wirkt. Es tut mir wahrlich wehe,daß Sie mich in den Fall gesetzt haben, so klar und deutlichzu Ihnen reden zu müssen. Da Sie indessen vorgeben, einwahrheitsliebender Mann zu sein, so habe ich Ihnen auf gntdeutsch meine Meinung gesagt, indem ich noch hinzufügen muß,daß, wenn Sie nicht Ihr respektwidriges und unanständigesBenehmen zu ändern willens sind, der Staat keine großen An-sprüche auf Ihre ferneren Dienste machen kann."