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Die Geschichte der Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein
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Schmerzlicher noch war die Nacht in der Seele, Seine finstern,stürmischen Gedanken wogten auf und ab, wie ein dunkles, un-gestümes Meer. Ferne von Preußen, konnte er doch von Preußennicht lassen, dem unglücklichen, verlorenen Preußen Tag undNacht sann er auf Rettung, die Hoffnung festhaltend, wo nichtsmehr zu hoffen war, „Dein Dunkel wird sein, wie derMittag!" sagt die Schrift. In der finstersten Zeit ließ Gottin Steins Brust die Gedanken aufleuchten, die hernach wie Blitzeauf das Haupt Napoleons herabfuhren, aber wie Strahlen derFrühlingssonne Preußen und Deutschland zu neuem Leben wachriefen. Die brennende Pein in seinen Gliedern nicht achtend,faßte er die Gedankenfunken zu einer großartigen Denkschriftzusammen. Er glich dem schwedischen Feldherrn Torstensohn,welcher, krank und vor Schmerzen sich krümmend, hinter der Armeeund in der Sänfte seine Schlachten plante, leitete, gewann.

König Friedrich Wilhelm III. war indes der Verzweiflungnahe. Im Frieden zu Tilsit am 9. Juli 1807 mußte er dieHälfte seines Reiches, 2500 lüMeilen mit 5 Millionen Ein-wohnern, dem französischen Blutsauger überliefern, 120 Mill.Franken zahlen und noch an die 100 000 französische Soldatenernähren. — Die Patrioten ließen die Köpfe hängen. Esschien ihnen alles in Schlamm und Kot zu versinken. Nur einDämmerstrahl: Stein, der zurückgewiesene, kranke Stein! Wasalle dachten, drückt kräftig der spätere Minister von Altensteinin seinen Briefen an den Burggrafen von Schön aus, „Ichbin überzeugt", schreibt er nach dem Friedenschluß, „daß dasElend eben nur desto größer ist, weil man Kot nirgends fassenkann, daß es aber doch endlich glücken wird, einen kräftigenPfeiler in dem Kotmeer aufzurichten, welcher der erste Anfangdes Anlegens eines festen Gebäudes wird. Dieser Pfeilerwird Stein werden!" Am 8. August: „Ja wohl, kann nurder Eck- und Grundstein uns retten, der Stein!" Und 5 Tagespäter: „Kommt der steinerne Gast nicht, so wird des Frevelsso viel werden, daß alles zugrunde geht!" Napoleon selbstsollte helfen, daß der steinerne Gast kam, um den französischenFrevel hinweg zu fegen. Gierig nämlich nach der unerschwing-lichen Brandschatzungssnmme, sagte er halb ernst, halb höhnischzum ratlosen Könige: „Nehmen Sie den Baron vom Stein,der ist ein Mann von Geist!" Der König überwand sich. Nocham Tage des Friedensschlusses flogen seine Feldjäger nach