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hannoverschen Adelstolz ganz vortrefflich/' Es war gut, daßStein mit Nüchternheit gewappnet in die Ehe ging; denn inden ersten Jahren trat, wie es kaum anders sein konnte, diegroße Verschiedenheit der Jahre und der Naturen mituntertrennend zwischen beide. Sie, jung und schüchtern, konnteseine männliche Feuerseele nicht fassen und zog sich vor seinerGröße furchtsam in sich zurück. Er, unter dem stürmischenRingen und Arbeiten nach Erquickung lechzend, fühlte dannschmerzlich, daß ihm das Labendste, das Beste fehlte, der milde,wärmende Sonnenblick eines Auges und Wortes, wie er eszu jeder Stunde bedürfte. „Glauben Sie denn nicht", sagteer einst mit nassen Augen der Gräfin Voß, „daß das Herz einesMannes ganz zermalmt sein kann, wenn ihm das fehlt, wasder eigentliche Balsam seines Lebens sein soll?!" — Man mußeiner Knospe Zeit lassen, sich zur vollen Blüte zu entfaltenund ihren Balsam nieder zu träufeln. Je ernster die Zeitwurde, je schwerer die Schicksalsschläge, desto mehr fand Stein,welche Perle ihm Gott in seiner angetrauten Treue geschenkthatte. Und das eben ist ja der Probierstein echter, treuerLiebe, nicht, daß sie in der Flitterzeit in Hellem Strohfeueraufflammt, um im Ernst des Lebens zum Afchenhänfchenherabzubrennen; sondern daß sie, durch die Stürme der Trüb-sale kräftiger angefacht, in den dunklen Tagen als sichererLeitstern leuchtet, labt und läutert. „Kummer, Verfolgungund Hunger und Pein soll unsrer Liebe Verknotigung sein."Das haben Stein und seine Gattin reichlich und buchstäblicherfahren. Sie glichen zwei sich vereinigenden Strömen vonverschiedenartigem Wasser. Nach dem Zusammenfluß bleibtjedem noch die besondere Farbe, fließt jeder noch in eigenerRichtung weiter. Da stellen sich Felsen entgegen, brechen denstolzen Lauf, und siehe: beider Fluten werden eine. Die hartenLebensschicksale, welche Gott dem Steinschen Ehepaare entgegen-stellte, haben beider verschieden geartete Herzen fest und innigvereinigt. Jeder fand im andern, was er für sich bedürfte;sie in ihm unerschütterlichen Mannesmut, der ihre Milde stählte;er in ihr stille, tragende Geduld, vor welcher sein Heldenange-sicht mit leiser Schamröte sich verklären konnte. In den bitterstenStunden, wo er als Verbannter heimatlos umher irrte, ruhte seinmüder Geist, auch fern von ihr, stets aus in ihrer Liebe und Treue.Ihre Gegenwart, ja selbst der Gedanke an sie war ihm ein