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gekannt hat, worin Paul Gerhardt die Erwählte seines Herzensanredet: „Hauses Sonne, Mannes Wonne, Ehrenkrone!"Jedenfalls sehnte er sich nach einem Herzen, welches, ihnganz verstehend, sich auch ganz ihm schenkte und wie dieMaiensonne ihn erwärmte. Und da er dieses Herz nicht besaß,suhlte er bei aller Hast der Arbeit und trotz der völligen Hin-gebung au sein Amt im Inneren eine tiefe Leere. Ihm war,als bleibe etwas in ihm unbefriedigt, als sei er mitten unterden Menschen, die verehrungsvoll zu ihm hinauf sahen, dennochverlassen. Das öde Gefühl der Vereinsamung wuchs mit denJahren, denn Gott hat gesagt: „Es ist nicht gut, daß derMensch allein sei." Allzu geschäftig traten schon frühe vor-witzige Vermittler dazwischen, welche dem Reichsfreiherrn eineGehülfin anschwatzen wollten. Mit halb witzigem, halb schnei-digem Spotte wies er solche erbärmliche Dienste zurück. Aberaus seinen Briefen sieht man, daß fort und fort mancher schmerz-liche Seufzer aus dem starken Herzen sich losrang. Endlich, —er war schon 38 Jahre alt, — führte ihn Gott in dieFamilie des hannoverfchen Feldmarschalls Grafen von Wall-moden-Gimborn. Dort sah er die einundzwanzigjährigeGräfin Wilhelmine, eine schöne, edle, sanfte Frauengestalt,wie man noch heute aus ihrem Bilde sieht, das im Schlossezu Nassau hängt. Als er nach 14 Tagen wieder abreiste,wurde, wie er an seine Freundin, die Frau von Berg, schrieb,die Leere seines Herzens unausstehlich. Es eröffnete sich vorihm die trübe, freudlose Aussicht, sein Leben allein zuzubringen.Der brennende Wunsch, aus Wilhelmiuens Händen süßes,häusliches Glück zu erhalten, drängte ihn endlich, um ihreHand zu werben. Er erhielt sie. Doch gings ihm imBräutigamsstande nicht, wie unser Dichter schildert: „DasAuge sieht den Himmel offen, es schwelgt das Herz in Selig-keit!" Vielmehr sah sein klares, männliches Auge an seinererwählten Braut auch die Mängel und Fehler. „Ich fürchtenicht mehr", schreibt er an dieselbe Frau von Berg, „die Träumeder Einbildungskraft, aus denen mich leider die Erfahrungnur zu vollständig erweckt hat ... . Sie — Wilhelmine —ist gewiß empfänglich für das Gute und im Umgange mitguten, gebildeten Menschen wird sie Liebe zur Beschäftigungund einen größern Reichtum der Begriffe, als sie besitzt, er-langen. Sie ist sanft, gut, lenksam und bis auf etwas