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Die Geschichte der Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein
Entstehung
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Tau in der Sonnenglut, sanftes Oel im stürmischen Gewoge.Und sie folgte ihm als die Sonne seines Lebens, wohin die Stürmeihn schleuderten, oder duldete, wenn Gott es so wollte, getrenntvon ihm tausend Schmerzen, gewiß, daß aus der Tränensaatdie Freudenernte wächst. — Nur zwei Töchter, Heuriette undTherese, keine Söhne schenkte Wilhelmine ihrem Gatten, demStammhalter des uralten Geschlechtes. Auch das minderteund trübte nicht die Liebe. Je länger, je wärmer nannteStein sie seine „allerliebste und beste Freundin" und fandund pries in ihr den Balsam seines Lebens, der ihm mehrwert war, als sieben Söhne. Als sie endlich nach 26 Jahrenvon seiner Seite genommen wurde, schrieb der vereinsamteGatte mit noch nassen Augen:

hristus ist mein Leben,Sterben ist mein Gewinn.Der Inhalt ihres ganzen Lebenswar Glaube, der durch dieLiebe tätig ist. Aus diesem ent-sprangen die Tugenden, welchedie Verewigte zierten: Seelen-adel, Demut, Reinheit, hohesGefühl für Wahrheit und Recht,Treue als Mutter und Gattin,Klarheit des Geistes, Richtigkeitdes Urteils. Sie sprachen sichdurch ihr ganzes vielgeprüftesLeben aus, verbreiteten Segenauf alle ihre Verhältnisse undUmgebungen, und nie gab sie auch das leiseste Gehör denVerführungen der Eitelkeit und Gefallsucht, sondern war immerdie fromme, zarte, treue Tochter, Schwester und Gattin. Sieblieb immer der Pflicht getreu, vertrauend auf Gott und demvon ihr in den Zeiten des Unglücks gewählten und auf einenihrer Ringe eingegrabenen Denkspruche folgend: „Dulden undEntbehren!" „Sie hat einen guten Kampf gekämpft,sie hat den Lauf vollendet, sie hat den Glauben ge-halten! 2. Tim. 4, 7."