Zwei Achener historische Gedichte des 15. u. IG. Jahrhunderts. 645
15. Der Pasquillant begibt sieli auf den Markt zu einemdem Hause zum Stern, dem alten Versammlungsorte der Patri-zier'), gegenüberliegenden Hause. Aus den Versen 176 bis182 ist nur zu entnehmen, dass der Eigentümer eine Spinnereibetrieb, dass man den Schaden, den er der Stadt zugefügt,auf tausend Gulden schätzte, und dass dieser durch Miss-bräuche bei der Weinversteuerung entstanden war. Wahr-scheinlich war der ungenannte als Weinmeister mit der Auf-sicht über letztere betraut gewesen. Siehe die Noten zumTexte des Gedichtes.
16. Auch die folgende Persönlichkeit ist nur durch ihreWohnung bezeichnet. Das Haus zum Löwenstein, Vers184 ff., war in der Mitte des 15. Jahrhunderts von einemHerrn von Berensberg bewohnt 2 ). Es lag in der Nähe deseben genannten am Markte, bildete die Ecke der Pontstrasseund bezahlte denen vom Eichhorn einen Zins 3 ). Spätere Be-wohner sind nicht bekannt. Da in Vers 187 ausdrücklichgesagt ist, dass der Bewohner früher öfter Bürgermeister war,so konnte man zunächst an einen der bei Meyer, S. 425,§ 64 genannten denken, etwa an Peter Stolz oder AdamMünthen, welche beide zweimal Bürgermeister waren und nachMeyer, S. 420, § 51, mit je 3000 Gulden zu den Ent-schädigungen herangezogen wurden.
17. Theis Broeclier, Vers 201, wohnt an der Neu-pforte, scheint nur wenig betheiligt zu sein.
18. Wilhelm Gis, Vers 206, scheint sich durch un-vorsichtiges Schwätzen selbst verrathen zu haben.
19. Jolian Ponell, Vers 224, der Bruder des bereits
') Vgl. das Verzeichniss bei Laurent, S. 425, oben, undHaagenGeschichte II, 59.
2 ) So Qu ix, Schloss Rimburg, S. 69.
3 ) Vgl. die Urkunde von 1423, Annalen des histor. Vereins für denNiederrhein, Heft 21 und 22, S. 262, Nr. 60: „Item dat huis zu lewen-stein up pontz oirt 3 s. 9 d. zu kirsmisse". Eine Katharina vonLöwenstein wird in derselben Urkunde a. a. O. S. 265, Nr. 109, ge-nannt. Von dem hier besprochenen Hause ist zu unterscheiden derin der Elfschornsteinstrasse und am Schweinemarkte gelegene Löwen-steiner Hof, vgl. über denselben Qu ix, Karmeliterkloster S. 85 undHaagen Geschichte II, S. 66.