Zwei Achener historische Gedichte des 15. u. 16. Jahrhunderts. 643
der einzige, dessen Namen a Beeck kennt J ). Mit seiner her-vorragenden Betheiligung an den Verwaltungsmissbräuchenstimmt es schlecht, dass ihm nur zwei Yerse gewidmet seinsollen; wahrscheinlich ist er gemeint an einer andern Stelle ;vgl. unter Nr. 9.
3. Bückingh der Bürgermeister, Vers 80 f., istu rku ndlich nicht nachzuweisen; da am 3. Eebruar 153 2 einGoebel Bueckink als Richter fungirt 2 ), so ist der, sonst nahe-liegende Gedanke abzuweisen, als sei hier ein Spottname ge-braucht für einen der anderweitig bekannten Bürgermeister,welche schecht gewirthschaftet hatten.
4. Johap Hieiman, Yers 84, ist unbekannt.
5. Yers 92 ff. beschäftigen sich mit dem Manne, der imHause zum Papagei wohnt, heben, im Gegensatze zumsonstigen Inhalte des Gedichtes, dessen wahrscheinliche Unschuldhervor, verlangen aber von ihm thätige Mitwirkung zur Besse-rung der Zustände. Den Namen dieser Persönlichkeit könnenwir nicht errathen, das Ilaus aber ist bekannt, es lag in derJacobstrasse der Dominikanerkirche gegenüber und wird schonseit dem Anfange des 15. Jahrhunderts mehrfach genannt,weil dort in der vorbeifliessenden Pau ein bei Streitigkeitenüber Wasserbenutzung als Beweismittel sehr wichtiger Pegelstand 3 ). Am 9. Juli 169 5 wurde die in diesem Hause be-findliche Kur-Brandenburgische Kriegskasse von Franzosen ge-plündert ).
6. Franz von Binsfeld, Vers 99, führt einen be-kannten Namen''); er muss sich stark an den Missbräuchen
') A Beeck, S. 253 fg.: „custodia mancipati fuerant in liacseditione Petrus de Inden consul et plerique primarii ac opulentiorescives senatoresque, sed relaxati post praestitam cautionem aut exso-lutam pecuniae mulctam, non paucorum etiam facultates arrestodetentae."
2 ) Vgl. Loerscli, Achener R.-D., Regesten, S. 268, Nr. 215.
3 ) Dies ergeben ungedruckte Urkunden und Protocolle in derbei Loersch, Achener R.-D., S. 89, Note 3 genannten Handschriftder Berliner kgl. Bihliothek.
J ) Meyer, S. 678, § 38, vgl. mit einem Aufsatze von ArchivarP. St. Kaeutzeler im Echo der Gegenwart vom'14. April 1870.
r ') Vgl. Ilaagen, Geschichte II, S. 65.