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2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
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Zwei Achener historische Gedichte des 15. u. 16. Jahrhunderts. 605

betheiligten Fürsten machten aber die Achener Vorgänge derletzten Jahre sofort zum Gegenstande von Verhandlungen undUntersuchungen; noch im Decemberl429 wurden der Stadt-rath sowie die aus der Stadt entflohenen Bürger vor dieReichsversammlung zu Nürnberg geladen und der König rich-tete mehrere Schreiben an die Stadt 1 ). Ob wirklich Verhand-lungen zu Nürnberg stattgefunden und welchen Ausgang die-selben genommen haben, wissen wir nicht, aber schon imAnfang des Jahres 1430 gelangte die Angelegenheit zu einemformellen Abschlüsse. Herzog Adolf von Jülich verzichtetenämlich durch Urkunde vom 11. Februar auf alle Ansprüche,welche er der Stadt gegenüber wegen des daselbst aufgerichtetgewesenen „neuen Regiments" machen könnte, wobei es sichwahrscheinlich, abgesehen von etwaigen sonstigen Beschädi-gungen der Vogtei-Beamten, um die während der Regierungder Zünfte nicht eingekommenen Gerichtsgefälle handelte, dieja theilweise dem Vogteiinhaber hätten zufallen müssen. Erversprach auch ausdrücklich, solche Personen, die wegen Hand-lungen und Vorgängen aus jener Zeit noch mit der Stadt inUnfrieden lebten, in seinen Landen, Städten und Schlössernnicht aufnehmen und dulden zu wollen 2 ). Am selben Tagekonnte er dann dem Könige berichten, dass, entsprechend denin Sigismunds Schreiben wiederholt gegebenen Weisungen, diealte Verfassung und das alte Recht wiederhergestellt seien, dassdie Bürgerschaft nunmehr untereinander in Frieden lebe undder Aufrechterhaltung ihrer Privilegien und Freiheiten durchdie königliche Gnade wiederum würdig sei 3 ). Unterdessenwar gegen die Leiter und Anhänger des Zunftregiments, welchesich durch die Flucht der Rache der Patrizier und der Be-strafung entzogen hatten, die Verbannung aus Stadt und

1 ) Unterm 24. December 1429 setzt König Sigismund den Herzogvon Jülich von dieser Vorladung in Kenntniss, am 26. Januar 1430bescheinigt Johann von Vorstheim, dass er Namens des Herzogs vonJülich einige Schreiben des Königs Sigismund an den Rath der StadtAchen übergeben habe. Die Originale dieser beiden Urkunden be-finden sich nach einer gütigen Mittheilung des Herrn StaatsarchivarsDr. Hegert im Provinzialarchiv zu Düsseldorf.

2 ) Die Urkunde ist in den Anlagen unter Nr. 6 mitgetheilt.

3 ) Siehe das Schreiben in Anlage 7.