604 Zwei Achener historische Gedichte des 15. u. 16. Jahrhunderts.
der wieder eingesetzte Erbrath seinen Befreiern und Wohl-thätern auf Grund der im Sommer zu Bonn gemachten Ver-sprechungen entrichten musste. Nach zuverlässigen Angabenhaben die Herren zehntausend Gulden erhalten l ). Allerdingsliegen nicht directe urkundliche Zeugnisse über die Auszah-lung vor, ohne Zweifel haben aber die grossen zu der ge-dachten Summe genau stimmenden Anleihen von 7700 und2000 Gulden, welche die Stadt am 28. October 1429 beiAndreas von Merode und am 27. October 143 0 bei dessenWittwe Wilhelmine von Gronsfeld aufnahm, für die ausserdemgrade die Herren von Heinsberg und von Virneburg theilweisedie Bürgschaft übernahmen, zur Deckung jener Verbindlich-keitengedient 2 ). Die Herren erlangten auch noch andere Vor-theile. Dem Heinsberger mögen wohl ältere Forderungen, welcheder Stadt gegen ihn zustanden, erlassen worden sein 3 ). DemGrafen Ruprecht, der schon im Jahre 1422 bedeutende Sum-men von der Stadt erhalten hatte, wurde am 4. Januar 1430auch noch eine Leibrente von sechszig Gulden bestellt 4 ). Ineinem Schreiben vom 18. October übersandten Bürgermeister,Schöffen und Rath dem Herzoge von Jülich als Inhaber derVogtei die Anzeige von der glücklichen Beseitigung der bis-her bestandenen ,,Noth und Zwietracht". Mit besonderm Lobewurde des treuen und thatkräftigen Beistandes der Herrenvon Heinsberg und von Virneburg gedacht und die Schreiberunterliessen es nicht, ihre Retter der Gnade des hohen Herrnangelegentlichst zu empfehlen 5 ). Der deutsche König und die
') Alle Quellen ohne Ausnahme berichten von „Lohn und Sold"den die Herren erhielten; es ist der Sachlage durchaus entsprechend,wenn das Gedicht (Vers 45 ff.) die nach Bonn gesandten Patriziervon vorn herein solche Anerbietungen machen lässt. Die kleineAchener Chronik allein kennt die Summe, aus ihr hat sie vermuth-lich Noppius entnommen; a Beeck spricht, wohl kaum absichts-los, gar nicht von einer den Dynasten gezahlten Entschädigung.
2 ) Die Urkunden stehen bei Quix, Schloss Himburg, S. 199 ff,ihr Inhalt ist angegeben bei Ilaagen, II. S. 37 f.; — die Urkundevon 1430 ist am Tage vor Simon und Juda ausgestellt.
3 ) Unterm 13. Juli 1421 bekennt er z. B. fünfhundert Gulden von derStadt Achen leihweise empfangen zu haben. Ungedr. Urk. im Stadtarchiv.
4 ) Vgl. Meyer, S. 374 § 12 a. E. und S. 376 § 17 a. E.
°) Vgl. das Schreiben in Anlage 5, die Ueberschrift in der „Aus-führung" gibt den Inhalt nicht richtig wieder.