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2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
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606
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606 Zwei Achener historische Gedichte des 15. u. 16. Jahrhunderts.

Reich Achen ausgesprochen worden ; Kaiser Sigismund bestä-tigte dieses Urtheil am 29. October 1433 und verbot aus-drücklich, die Verbannten ohne Genehmigung des Reichsober-hauptes wieder aufzunehmen 1 ).

Die Zünfte hatten sich schwer gegen die eigne Stadtund gegen die eigne Sache vergangen, als sie durch roheGewalt die volle Herrschaft an sicli rissen, statt sich mit demnicht geringen Antheile zu begnügen, der ihnen durch Ver-trag an Regierung und Verwaltung eingeräumt worden, alssie dann auch noch die in ihren Händen liegende Macht zurSchädigung der Privatrechte ihrer Mitbürger missbrauchten;aber das Mittel, das die Patrizier anwandten, um die altenZustände wieder zurückzuführen, muss nicht minder verwerf-lich erscheinen. Nicht etwa die oberste Macht, des Reichesoder deren Stellvertreter, den Herzog von Jülich, riefen siean zu berechtigter Intervention; für gute Worte und gutesGeld wurden die kleinen Herren gedungen, die ihren Anschlagunter feiger und hinterlistiger Mitwirkung der Geschlechterbei Nacht und Nebel, wie Räuber und Mordbrenner, einer wehr-losen Menge gegenüber erbarmungslos ausführten, zur blutigenGewaltthat frechen Hohn hinzufügend. Das Andenken an jeneOctobertage des Jahres 1429 hat denn auch für lange Zeitdie Herzen der Bürger mit Groll und Bitterkeit erfüllt; Hassund Verachtung sprechen aus dem im Volke entstandenenLiede 2 ), wie aus den etwas späteren chronikalischen Aufzeich-nungen und schon nach wenigen Jahren beginnen aufs neuedie Angriffe der „Gemeinde" gegen die Alleinherrschaft derPatrizier, bis diese endlich den veränderten Zeiten und Ver-hältnissen, ihren mächtigsten Gegnern, unterliegt.

') Das kaiserliche Schreiben ist abgedruckt als Anlage 8, denInhalt desselben gibt Haagen, Geschichte II, S. 42; Meyer ge-denkt seiner nicht.

-) Dafür zeugen, abgesehen von dem ganzen Ton des Gedichtsund den gegen Kuno von dem Eichhorn gerichteten Wendungen,besonders die Schlussverse von 271 an, wo auch die Möglichkeit einerVerhinderung des Ueberfalls oder einer Rache für denselben, freilichin sehr unklarer Weise, erwogen wird. Bezeichnend für die Stim-mung der Zeit durfte es auch sein, dass der Verfasser des Liedes sichunter einem falschen Namen, Affenschmalz, versteckt.