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2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
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Zwei Acliener historische Gedichte des 15. u. 16. Jahrhunderts. 593

Prüfung der Waare vor und hielten in ihrer Art und WeiseGericht'). Der Erbrath unterwarf sich schweigend im Ge-fühle seiner Ohnmacht gegenüber der zahlreichen und erbit-tertenGemeinde". Diese aber beutete den ihr so leichtzugefallenen Besitz der Herrschaft rücksichtslos und selbst-süchtig aus. Die Kölner Quellen berichten von einemAb-legen" der Zinsen in der Stadt und haben uns damit einenbezeichnenden Zug zur Charakterisirung des Zunftregimentsaufbewahrt. Auch hier tritt wieder die wirthschaftliche undgesellschaftliche Bedeutung jener Bewegungen hervor. In Achenwie in anderen königlichen Städten war der Grund und Boden,der ursprünglich dem Könige gehörte, während des ganzenMittelalters nur in den Händen weniger Herren. DurchSchenkung, Belehnung und nicht am wenigsten durch Usur-pation war er theils an die Stadt selbst, theils an die Stifterund Klöster, theils an die Geschlechter gelangt und der ge-werbtreibenden Bevölkerung von diesen in kleinen Stücken alsWohnstätten zu blossem Erbzinsrecht überlassen. Die jähr-lichen Abgaben, welche auf solchem abgeleiteten Besitz laste-

J ) So die Achener Chronik, Annalen des hist. Vereins für denNiederrhein, Heft 17, S. 6 und entsprechend a Beeck und Noppius.Sie lässt aber die ganze Bewegung des Jahres 1428 erst mit dem10. August beginnen, datirt erst von jenem Tage die Einigung unterden Handwerkern und deren Organisation in zehn einzelne Zünfte.Dass diese beiden Thatsachen schon lange vorher sich vollzogenhatten, ist oben gezeigt, und die Auffindung des Vertrags vom 29.Juni 1428 lässt die Entwickelung der Dinge klar übersehen. Andies letztere Datum knüpfen ganz richtig die Kölner Chroniken (An-lage 1 und 2) an; sie kennen zwar nicht das andere Datum des 10.August, unterscheiden aber im Einklang mit den übrigen Quellenden Moment, wo die Gemeinde (oder der neue Rath der Gemeinde)in dat beses quam", und knüpfen daran sowohl die wichtige Mit-theilung von demAblegen der Zinsen" wie ihre durchaus zutreffen-den Betrachtungen über die mangelnde politische Reife der Zünfte.

Die Erzählung, welche Windeck dem Gedicht vorausschickt,unterscheidet die Abschnitte der Bewegung nicht, berichtet über-haupt nur in oberflächlicher Weise über die Veranlassung des Streites.Eigentümlich ist ihr die Angabe, dass sechszehn Personen von denHandwerkernaufgestanden" seien. Die Zahl stimmt auch nicht zuden achtzehn Rathsmännern der neun Zünfte.

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