592 Zwei Acliener liistorisclie Gedichte des 15. u. 16. Jahrhunderts.
Es ist vielleicht grade der Verbindung mit jenen Unzu-friedenen aus dem bisher herrschenden Stande zuzuschreiben,wenn die Zünfte schon nach wenigen Wochen den Rechts-boden des am 2 9. Juni geschlossenen Vertrags verliessen, umalle bestehende Ordnung gewaltsam umzustossen. Ob son-stige Einflüsse, vielleicht auch ein Versuch des Raths, die Aus-führung jener Vereinbarung zu hintertreiben, dabei mitgewirkthaben, muss bei dem Schweigen der Quellen dahin gestelltbleiben; wir wissen nur, dass am Laurentiustage (10. August1428) eine vollständige Umwälzung stattfand. Die Hand-werker setzten einen völlig neu gebildeten Rath als Regie-rungsbehörde ein, der seinen Sitz hauptsächlich im Augustiner-kloster , also ganz nahe beim Rathhause nahm, und sofort,unter Beseitigung jeder Autorität des alten Erbrathes , eineMenge neuer, vom Hergebrachten durchaus abweichenden Ein-richtungen anordnete und durchsetzte. Eine Massregel wurdeinsbesondere den Fleischern gegenüber ergriffen, um ,sie wegenihres Festhaltens an der alten Ordnung der Dinge empfind-lich zu strafen. Statt des einen Verkaufsiocales, das derZunft diente, wurden drei Stellen bestimmt, wo fortan Fleischverkauft werden durfte, und zwar sicherlich auch von solchen,die der Innung nicht angehörten. Die Tuchmacherzunft be-seitigte ihrerseits die bisher vom Rath ihr gesetzten Vorsteherund Beamten, scheint aber an den zur Wahrung der Güteder Fabrikate bestehenden Einrichtungen festgehalten zu haben,denn die aus eigener Wahl hervorgegangenen Beamten nah-men ebenfalls auf den Webstühlen und Trockenrahmen die
den Jahren 1428—1464 betreffen den Streit der Stadt mit Godfriedvon dem Eichhorn und Godfried Proest. Vielleicht steht mit diesenDingen auch noch eiu anderer Rechtsstreit in Zusammenhang, derzwischen der Stadt und einem gewissen Hermann von der Hallen ge-führt wurde, und über den 43 Urkunden aus (}cr Zeit von 1428 bis1438 vorliegen. Endlich werden im Archiv noch 31 Schriftstückeaufbewahrt, welche sich im Allgemeinen auf den Aufstand von 1428und seine Folgen beziehen. (Vgl. das handschriftliche Hauptver-zeichniss des Archivs Seite 226, 224, 241 unter den Nummern XIII,XII und XVII.) Die Veröffentlichung dieser reichen Sammlungen, seies im Wortlaute, sei es in genauen Auszügen, wäre eben so lohnendwie wünschenswert!!.