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2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
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Zwei Achener historische Gedichte des 15. u. 16. Jahrhunderts. 585

Deficit; mehr und mehr wurde die Finanzverwaltung der Stadtein Gegenstand bleibenden Misstrauens und wiederholter An-griffe für diejenigen Bestandteile der Bevölkerung, welchenimmer noch die thätige Theilnahme am städtischen Regimentversagt war.

Es bedarf nicht eines ausdrücklichen Nachweises dafür,dass in einer so blühenden Stadt, wie Achen dies im 14.Jahrhunderte war, Gewerbe und Handwerk sich auch günstigentwickelten, dass Handwerker und Gewerbtreibende zu einemgewissen Wohlstand und behaglichem Dasein gelangten. Selbst-verständlich haben sie sich hier, wie überall im Mittelalter,zu Zünften und Innungen vereinigt. Allerdings fehlen ältereNachrichten über die inneren Einrichtungen dieser Verbin-dungen fast gänzlich, denn erhalten sind nur einzelne Statu-ten des Wollenambachts, der grössten und bedeutendsten Zunft,welche alle zur Bereitung des Tuches irgendwie in Beziehungstehende Handtierungen und Gewerbe in sich vereinigte').Jeder Einfluss auf Regierung und Verwaltung der Stadt warden Zünften versagt, manches deutet darauf hin, dass derRath strenge Oberaufsicht führte und ihnen auch in ihreneigenen Angelegenheiten nur wenig Selbständigkeit zustand 2 ) ;

Eine Verordnung für das Wollenambacht von 1387 bei Loersch,Ach. Rechtsdenkmäler, S. 75, ein Erlass Herzog Reinarts von Jülichund Geldern von 1406, der die Competenz der Zunftgerichtsbarkeitgegenüber der vogteilichen regelt, bei Noppius, 3, S. 139. Inden Stadtrechnungen kommen einige Spuren des Bestehens andererZünfte vor, welche bis jetzt noch nicht zusammengestellt sind unddaher hier einen Platz finden mögen. Die Färber werden erwähntin der Rechn. von 1333/34, Laurent, S. 408 Zeile 16. 1338/39machte der Rath die Statuten der Gewandschneider, S. 128Z. 13, und \yird von Stadt wegen den Gesellen Geld und Wein ge-schenkt:in carnisprivio soeiis datum ad societatem eorum in eorumgaffele" u. s. w., S. 137 Z. 18 (so auch 1346/47 S. 193 Z. 3 3.) 1344/45bezahlt die Stadt dievexilla carnificum", S. 147 Z. 21. 1385/86hatten die Gerber selbst dieloer assise" für 200 Mark gepachtet,sich also für diese Summe von jeder Abgabe für Lohe befreit, S. 356Z. 39, und wird das Haus der Pelz er erwähnt, S. 357 Z. 17. imMai 1386 werden die Geschwornen der Hausdecker genannt,S. 343 Z. 1.

2 ) Die Werkmeister des Wollenambachts waren im 14. Jahrhun-