Union vom 31. Oktober 1817. Artikel 13 der Bundesakte. 515
eine Notte von Coreggio, ein Titian, mehrere Rubens,Vandyk, Potter, Cuyp, Doun, Miris.
Arn 9. September traf König Friedrich Wilhelm III.von Lüttich kommend in Achen ein und nahm im Gasthofezum Karlsbad auf dem Komphausbad sein Absteigequartier.Er wohnte in Begleitung der Minister von Schuckmann,von Boyen, des Oberpräsidenten von Ingersleben und an-derer hohen Persönlichkeiten dem Balle auf der Redoutebei. Abends war die Stadt glänzend beleuchtet. Denfolgenden Morgen musterte er auf dem Kapuzinergrabendie Landwehr, fuhr nach Burtscheid und zum Lousberg,besuchte den Dom und besichtigte die Bettendorfsche Ge-mäldesammlung. Nach dem Mittagsmahl setzte er seineReise nach Jülich fort. Am folgenden Tage trafen derKronprinz von Preussen und der Prinz Friedrich der Nieder-lande in Achen ein, stiegen im Gasthofe zum goldenenDrachen ab und fuhren nach einem Besuche des Domesum vier Uhr Nachmittags nach Köln. Am 4. Oktober be-sichtigte der Staatsminister von Altenstein die Merkwürdig-keiten Achens.
Am 31. Oktober 1817 wurde die Vereinigung, „Union",der lutherischen und reformirten Confession zu einer evan-gelischen Kirche ausgesprochen; in Achen blieb jedochdie Sonderung bis zum Ableben des lutherischen PfarrersGrunewald fortbestehen.
In Deutschland waren beim Ausgange des Jahres 1817die Gemttther in grosser Aufregung in Bezug auf die Ver-iässungsfrage, vor Allem in Bezug auf den Artikel 13 derBundesakte: „In allen Bundesstaaten wird eine landes-ständische Verfassung Statt finden." Als der StaatskanzlerFürst von Hardenberg sich gegen Ende des Jahres in denRheinlanden aufhielt, wurde eine Adresse an den Königvorbereitet 1 ) und am 12. Januar 1818, bedeckt mit Unter-schriften aus allen Ständen, dem Staatskanzler in öffent-
') Die Adresse ist im Druck erschienen unter dem Titel: DieUebergabe der Adresse der Stadt Coblenz und der Landschaft ariSeine Majestät den König in öffentlicher Audienz bei Seiner Durch-laucht dem Fürsten Staatskanzler.