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Die Bettendorfsche Gemäldesammlung.
Fabrik die Tuchbereitung- von den rohesten Anfängen biszur Vollendung mit Aufmerksamkeit verfolgt hatte, so liesser sich auch in der Nähnadelfabrik des Leonard Staitz inder Grosskölnstrasse das Fabrikationsverfahren von demrohen Draht bis zur vollendeten Nähnadel zeigen. InBezug auf die Versendung der Waaren bemerkte der Fa-brikherr dem Kronprinzen, er ziehe den längeren Wegüber Triest dem kürzeren über Belgien und Frankreichvor wegen der Ein- und Durchgangsgebühren, welche manin diesen Ländern von der Waare erhebe, während diebelgischen und französischen zollfrei eingingen. Wieder-holt besuchte der Kronprinz die werthvolle, besonders anWerken niederländischer Meister reiche Gemäldesammlungder Witwe Bettendorf, welche Leopold Bettendorf zu zei-gen die Ehre hatte 1 ). Diese Gallerie befand sich in dreiSälen in dem Bettendorfschen Hause auf dem Markte. Dereine enthielt altdeutsche und niederländische Bilder ausdem 14., 15. und 16. Jahrhundert, etwa 120 an der Zahl;250 Bilder aus dem 17. und 18. Jahrhundert waren inzwei anderen Sälen aufgestellt. Unter den altdeutschenzeichneten sich zwei von Johann van Eyck, zwei anderevon Johann Hemelink, von welchem letzteren vier in derSammlung waren, und endlich ein Heiland von Scoreelganz besonders aus. Diese alle und vielleicht alles, wasvon altdeutscher Kunst bis jetzt übrig geblieben 2 ), wirdvon einer Kreuzabnehmung von Roger Vanderweyden über-troffen, welche 1488 für den König von Spanien (es istFerdinand von Aragonien gemeint) gemalt ward; sie isthistorisch als der Triumph der Eyckschen Schule bekanntund als unübertreffliches Meisterwerk der damaligen Zeithöchst merkwürdig. Composition, Zeichnung, Ausdruckund Farbenglanz lassen nichts zu wünschen übrig. Ausser-dem waren in der Sammlung Bilder von Hugo van derGoes, Albrecht Dürer, Bernard von Orley, Johann Mabuse,
') Die Gemälde waren eine Zeit lang einzeln und im Ganzenzu verkaufen, sind aber um das Jalir 1829 unter die Erben getheiltworden. — -) Worte des Berichterstatters in der Acliener Zeitungvom 19. August 1817.