Druckschrift 
2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
Entstehung
Seite
509
Einzelbild herunterladen
 

Erste Dampfmaschine. Gasbeleuchtung. 509

und Köln und den Regierungspräsidenten über die Verwen-dung von dreitausend Wispel Roggen, welche aus den Ost-seehäfen unterwegs waren, zu berathen. Der König hattedazu vorläufig zwei Millionen Thaler auf seine Kassen an-gewiesen. Er wünschte, dem Wucher mit den nothwendig-sten Lebensbedürfnissen zu steuern und lobte die in ver-schiedenen Communen entstandenen Unterstützungsvereine.

Im Begriffe nach Berlin zurückzukehren, wendet vonKlewitz sich am 9. Januar 1817 von Coblenz aus an dieBewohner der Rheinprovinz:Der fehlende Bedarf ist gross grösser zwar als der beträchtliche Ankauf des Königsvon Roggen in den Ostseehäfen aber nicht zu gross fürdie vereinte Fürsorge des Königs und der Nation!"

Zur Kornersparung wurde eine Mischung von Gerste,Hafer, Kartoffeln etc. mit Roggen zum Brodbacken anem-pfohlen, das Branntweinbrennen aus Kartoffeln ganz unter-sagt. Leider war auch die Hoffnung auf die künftige Erntegering, weil die Winterbestellung nicht vollständig gewesenwar. Hier und da zeigten sich Krankheiten unter demVieh! Unter diesen Umständen kann es kaum auffallen,dass die Strassenbettelei, wie die königliche Regierung am21. Januar rügt, bei Tag und bei Nacht zunahm, die Sicher-heit des Eigenthums gefährdet war, ja gewaltsame An-griffe namentlich auf Bäckerläden gemacht wurden.

Achen sollte mit dem Jahre 1817 seine erste Dampf-maschine erhalten. Am 7. April benachrichtigt der Ober-bürgermeister das Publikum, dass der Tuchfabrikant Ed-mund Joseph Kelleter bei der königlichen Regierung dieErlaubniss nachgesucht habe, hinter seinem neuen Gebäudeauf dem Löhergraben eine Dampfmaschine anzulegen. Eineandere neue Erfindung war um diese Zeit in Achen schonin Anwendung: Giesen im Kltippel beleuchtete schon seinWirthslokal mit Gas.

Da die Wintersaat nicht überall bestellt wurde unddie bestellte durch Frost und Schnecken gelitten hatte, sohatte die Regierung am 25. März den wohlhabenden Guts-besitzern und Landleuten des Regierungsbezirks empfohlen,aus ihren Fruchtbeständen den dürftigen Landleuten Saat-vorschüsse bis zur künftigen Ernte zu verabreichen, damit