508 Wohlthätigkeitsverein. Unterstützung von Seiten des Königs.
christliche Opferwilligkoit helfen. Es bildeten sich ver-schiedene Unterstützungsvereine, die sich mit den Pfarrernder verschiedenen Confessionen in Verbindung setzten:Unter Anderem eine „dramatische LiebhabergeseHschaft",an deren Spitze die Herren Dubigk, Lausberg und Urlichsstanden, bemüht, durch Theatervorstellungen, welche siean Sonntagen gab, die Hausarmen zu unterstützen. Diehiesige Freimaurerloge sammelte Subscriptionen zu Winter-concerten, die in ihrem geräumigen Lokale in der Peter-strasse mit vielem Beifall aufgenommen wurden. Auch derOrganist von S. Peter, Zimmers, ein tüchtiger Künstler undKomponist, später Domorganist, gab eine Anzahl einträg-licher Concerte für die Armen. Auch in anderen Ortendes Regierungsbezirkes traf man Vorkehrungen, der NotliStand zu halten. Am 22. November belobte die königlicheRegierung zu Achen einen Verein menschenfreundlicherMänner in Heinsberg, welche Brod aus Hafer und V.jRoggen buken und den dortigen Armen gegen einen billigenPreis verkauften.
Freiherr von Droste-Vischering, Bischof von Jerichound Weihbischof von Münster, traf am 22. Nov. in Achenein, stieg beim Generalvicar Fonck ab und spendete an denfolgenden Tagen in der Domkirche das Sakrament derFirmung.
Unterdessen hatte die königliche Regierung zu Achenam 13. November bekannt gemacht, dass auf ihre bei denhöheren Behörden gemachten Anträge die Uebersendungeiner Quantität ostseeischen Roggens zur Unterstützung derärmern Volksklassen des hiesigen Regierungsbezirkes an-geordnet worden, und dass der Staatskanzler Fürst vonHardenberg und der Finanzniinister Graf von Bülow siebenachrichtigt hätten, dass eine bedeutende Quantität Ge-treide aus den Ostseehäfen bereits eingeschifft sei und nochin diesem Herbst in Wesel eintreffen werde und dass auchnötigenfalls im nächsten Frühjahre, sobald die Schifffahrtaufgehe, noch grössere Quantitäten erfolgen sollten.
Durch königliches Handschreiben vom 15. Novemberwar der Geheimrath von Klewitz in die Rheinprovinzenentsandt worden, um mit den Oberpräsidenten von Coblenz