Achens Gesinnung.
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neuen Mitbürger in Sprache und Sitte. Manchen sonstwohlgebildeten und in der Gesellschaft angesehenen Leuten,die im gewöhnlichen Verkehr mit Vorliebe das AchenerIdiom oder Plattdeutsch sprachen, war die Entwicklungder deutschen Literatur fremd geblieben. Diese fühltensich befangen, wenn sie Hochdeutsch sprechen sollten undbrachten sich nicht zur gewohnten Geltung. Nur ein gründ-licher Elementarunterricht, der aber erst in seinen Anlangenwar, konnte hier Hülfe bringen. Noch am Anfange derdreissiger Jahre kannte ein vielbeschäftigter Notar, wie einbei demselben arbeitender Notariatskandidat dem Verfassererzählte, Göthe auch nicht einmal dem Namen nach. Auchin Sitten und Angewöhnungen bestanden zwischen denNorddeutschen und den Rheinländern, deren Anschauungendie Achener theilten, mannigfaltige Verschiedenheiten, welchenur die Zeit und längeres Zusammenleben ausgleichen konn-ten. Das oft anspruchsvolle Auftreten besonders Subaltern-beamter war einer Annäherung nicht günstig. Auchdass Manchen vom Civil und Militär aus den östlichenProvinzen gelang, die reicheren Erbinnen heimzuführen, unddass man so wenig Einheimische in den Staatsämtern sah,brachte Verstimmung. Bei den geistigen Fähigkeiten derAchener Bevölkerung, die von Dohm in der Einleitung zuseinem Verfassungsentwurf vom Jahre 1788 hervorhebt,konnte es nicht ausbleiben, dass Achen allmählich gleichenSchritt hielt mit der geistigen Entwicklung der übrigenpreussischen Landschaften. An Liebe zu König und Vater-land blieb es hinter keiner zurück, wie die stürmevollenEreignisse der Jahre 1830 und 1848 und die glorreichender Jahre 1866, 1870 und 1871 bewiesen haben.
Seit dem 23. März war eine Aenderung in der Ver-waltung der preussischen Rheinlande eingetreten. ZumOberpräsidenten für die Provinz Grossherzogthum Nieder-rhein mit den Regierungsbezirken Coblenz, Trier undAchen mit dem Sitz Coblenz war der Staatsminister vonIngersleben, zum Oberpräsidenten für die Provinz Jülich,Cleve, Berg mit den Regierungsbezirken Köln, Düsseldorf,Cleve und dem Sitz Köln war der Graf von Solms-Laubachernannt worden. Als Chefpräsident für den Regierungs-