2 82 Achen und Burtscheid. Gefecht unter den Mauern der Stadt.
und Fürsten, machte namentlich aufmerksam auf die Zoll-freiheit zu Wasser und zu Land durch Niederburgund, dieKönigreiche Frankreich, Ungarn, Böhmen und durch dengrössten Theil des Römischen Reichs'). Handwerker undHandelsleute katholischen Glaubens, welche sich in Achenhäuslich niederliessen, erhielten unentgeltlich das Bürger-recht und Zunftberechtigung. Im Jahre 1677 war GerardSchörer Bürgermeister 2 ). In Achen sollten 1677 kaiser-liche Truppen unter Ernst August, dem Bischöfe von Osna-brück und Herzoge von Braunschweig-Lüneburg, Winter-quartiere beziehen. Aus einem Briefe Kaiser Leopold I.an die Aebtissin von Burtscheid vom 18. Januar 1677 3 ),geht aber hervor, dass Achen noch „in bekanntem ruinir-ten Zustand" war. Der Kaiser weist daher die Aebtissinan, den Geldbeitrag, den sie zu zahlen hatte, statt Einquar-tirung zu halten, der Stadt Achen zu Gute kommen zulassen. Achen, welches den Antheil der Herrschaft Burt-scheid an der Reichs- und Kreissteuer mit dem seinigeneinsandte, begann mit dem 15. Jahrhunderte sich auch dasRecht beizulegen, diesen Steuerantheil in der HerrschaftBurtscheid selber auszuschreiben. Darüber entstanden Strei-tigkeiten, welche sich bis zum Ende des vorigen Jahrhun-derts fortsetzten.
Am 18. Mai 1678 wurde die Stadt von Neuem in Auf-regung versetzt durch ein hitziges Gefecht zwischen fran-zösiclien und pfalzneuburgischen Truppen, das unmittelbarvor den Wällen der Stadt hinter dem Karmeliterklosterstattfand. Von ersteren wurden siebenzig Mann erschossen,viele verwundet, andere verunglückten, indem sie in denStadtgraben sprangen. Ein Corps von sieben bis achttau-send Franzosen machte die Gegenden um das AchenerGebiet unsicher, war bald in Gülpen, Herzogenrath, Falken-burg, bald in Schönforst und Eschweiler. Am 4. Oktoberrückte eine starke Abtheilung der Besatzung vonMastricht insJülichsche ein, verbrannte achtzehn Dörfer und den Flecken
') Meyer S. 659. — 2 ) Quix, hist. Beschreib. 46. — 3 ) Quix,Gesch. Burtscheids S. 150.