Friede zu Nimwegen. Streit wegen Verschlusses der Heiligthümer. 283
Eschweiler mit der Kirche, in welche die Bewohner ihreHabseligkeiten geflüchtet hatten.
Am 11. Oktober erschien der Marschall von Luxem-burg vor Achen, pflanzte einige Kanonen auf und verlangteQuartiere ltir einige tausend Mann in der Stadt. Zwarmachte der Magistrat einen Versuch, die ungebetenen Gästefernzuhalten; aber der Marschall drohte mit Gewalt, wennjener nicht in zwei Stunden die Thore geöflhet hätte. Amfolgenden Tage rückten 2500 Mann in die Stadt ein. DieFranzosen hatten die Genugthuung, dass ihnen die Schlüsselder Stadt entgegengebracht wurden'). Das Karmeliterklosterwurde zum Spital eingerichtet. Die Besatzung blieb biszum Frieden von Nimwegen in Achen, der am 5. Februar1679 abgeschlossen wurde. Es lässt sich leicht ermessen,mit welchem Gefühle die Bürger dem Dankgottesdienst fürden Frieden in der Liebfrauenkirche beiwohnten, denn end-lich war es ihnen vergönnt, auf kurze Zeit von den gehab-ten Schrecken und Verlusten einigermassen sich zu erholen.
Anfangs Mai des Jahres 1680 kam der Kurfürst vonder Pfalz Johann Wilhelm, Herzog von Jülich-Cleve-Bergnebst seiner Gemahlin Maria Anna, Erzherzogin von Oester-reich, mit grossem Gefolge zum Gebrauche der Bäder nachAchen. In demselben Sommer erledigte sich nach einerVerhandlung in dem Collegium der Jesuiten eine Differenzzwischen dem Rath und dem Stiftskapitel über die Eröff-nung des Kastens, in welchem die grossen Heiligthümeraufbewahrt wurden 2 ). Beide Theile hatten einen Eisen-schmied zugezogen und dem Magistrat war der Bart desSchlüssels nicht überreicht worden, „wie vor Alters ge-bräuchlich gewesen," worüber der Rath dem Kapitel dasWasser abgeleitet hatte (wie später bei den Weissen Frauenim Jahre 1730 geschah). Beiderseitige Deputirte, vom Ca-pitel der Scholasticus de Jong, Maximilian von Palantund Werner Klöckcr, von Seiten der Stadt der abgestandeneBürgermeister Nikolaus Schörer, der Rentmeister TheodorBodden, der Syndik Johann Braumann und der Consulent
') Theatrum europaeum, II. 1257. — 2 ) Quix, Gesch. der Münster-kirche, S. 154, Urk. 16.